Über die Prioritäten für den weiteren Straßenausbau wird in Biesenthal nachgedacht. Einigkeit herrscht darin, dass in der Stadt die unbefestigten Anliegerstraßen in der Regel im Rahmen der „erweiterten Straßenunterhaltung“ asphaltiert werden sollen.
Damit würde auf einen grundhaften Ausbau und damit insbesondere auf eine meist aufwendige Entwässerung der Fahrbahn verzichtet. Aus technischen Gründen ist dies allerdings nicht in allen Straßen möglich. Aufgrund der Dringlichkeit und hohen Belastung der Anlieger bei unterschiedlichen Wetterlagen hat die Kiefernallee im Sommer eine Asphaltierung erfahren. Der grundhafte Ausbau entfiel damit für die Straße.

Biesenthal kommt für die Finanzierung auf

Da für die „erweiterte Straßenunterhaltung“ keine Anliegerbeiträge erhoben werden, muss die Finanzierung aus anderen Quellen gedeckt werden. Bislang hatte die Stadt Biesenthal für Instandsetzungsmaßnahmen unbefestigter Straßen – zum Beispiel das Schieben – jährlich 80.000 Euro bereitgestellt. Wie der Bauausschussvorsitzende Andreas Krone mitteilte, soll der Betrag für 2021 und die folgenden Jahre auf jeweils 150.000 Euro festgelegt werden. Zum Vergleich: Der im Sommer mit einer Asphaltdecke versehene Abschnitt der Kiefernallee kostete rund 60.000 Euro.
Bevor jedoch festgelegt wird, in welcher Reihenfolge die einzelnen Straßen befestigt werden sollen, hat sich der Bauausschuss mit den Kriterien dafür befasst. Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen.

Mehrere Kriterien sollen die Priorität bestimmen

Einen Vorschlag für die Kriterien hat Krone im Bauauschuss bereits vorgestellt. Als erstes Kriterium nannte er, dass die Straße bereits über einen Anschluss an eine ausgebaute Straße verfügen sollte. Damit werde ein „Flickenteppich“ an befestigten und unbefestigten Straßenabschnitten vermieden.
Als zweites Kriterium gilt, dass die Erschließung der Straße mit sämtlichen Ver- und Entsorgungsmedien bereits abgeschlossen ist. Die Straße muss dann nicht mehr aufgerissen werden.
Als drittes Kriterium gilt, dass eine Entwässerung durch Versickern des Regenwassers möglich ist.
Das vierte Kriterium sieht vor, dass die Priorisierung der Asphaltierung nach der Verkehrsbelastung vorgenommen wird.
Unabhängig von den noch zu treffenden Festlegungen steht fest, dass der Ausbau der Pappelallee wie vorgesehen fortgesetzt wird. Das Gleiche gilt für den Abschnitt der Breitscheidstraße zwischen Hellwig- und Schubertstraße. Auch die Kirschallee wird noch grundhaft ausgebaut. Da es sich in diesem Fall jedoch um keine Ersterschließungsmaßnahme handelt, fallen auch keine Anliegerbeiträge an.
Die Festlegung der Kriterien wird gegenwärtig in den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung beraten.