Das schlummernde Planverfahren für eine Ahrensfelder Ortsumgehung wird – einer gegenläufigen Petition zum Trotz – wieder in Gang gesetzt. Eine Initiative, die dafür plädierte, die derzeit favorisierte Variante  noch einmal grundsätzlich zu überdenken, war damit erfolglos.
„Wir glauben, dass die heute favorisierte Variante der Umgehungsstraße das Verkehrsproblem in Ahrensfelde nicht nur verschiebt, sondern sogar vergrößert“, hatte Oda Formazin, Gemeindevertreterin und Mitglied im Förderverein  Ahrensfelde, im Januar erklärt. Zusammen mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Bernd Allerdissen hatte Oda Formazin wenige Wochen zuvor einen Antrag auf Abbruch des aktuellen Planfeststellungsverfahrens für die Ahrensfelder Umgehungsstraße gestellt. Gerade ging die letzte Absage beim Vereinsvorsitzende Allerdissen ein. Das Bundesverkehrsministerium, der Bundesrechnungshof, das Brandenburger Infrastrukturministerium und der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr lehnten es ab, den Weg für ein neues – komplett offenes – Planverfahren freizugeben.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch der Förderverein Ahrensfelde wünscht sich dringend eine Ortsumfahrung. Nur, die derzeit vom Land Brandenburg bevorzugte Variante halten die kommunalpolitisch engagierten Briefeschreiber für ungeeignet – ungeeignet, die Verkehrsprobleme Ahrensfeldes zu lösen. Zur Erinnerung: Folgende Streckenführung – im Behördenjargon „Variante zwei“ genannt – favorisieren die Länder Berlin und Brandenburg: Die B 158n wird vom S-Bahnhof Ahrensfelde über die Klandorfer Straße im Bogen um Ahrensfelde geleitet, um südlich des Autobahnrings wieder auf die alte B 158 geführt zu werden. Auf 150 Metern in Marzahn verläuft die Trasse unterirdisch, in „gedeckelten Trog“.
Das geplante Asphaltwerk ist dem Förderverein Ahrensfelde und auch den Vertretern  zweier Marzahner Bürgerinitiativen ein Dorn im Auge, weil es „auf teils falschen und völlig veralteten Grundlagen“ beruhe, hatte Bernd Allerdissen, der auch als Sachkundiger Einwohner im Ahrensfelder Bauausschuss sitzt, im Januar erklärt. Nun, da er von allen Behörden Ablehnungsschreiben in Händen hält, bedauert er: „Die Variante zwei wird Ahrensfelde mehr schaden als nützen“, so Allerdissen, „denn dadurch wird der Ortsteil dann von zwei Seiten her dem Straßenlärm ausgesetzt.“ Und entschlossen gibt er zu Protokoll: „Wir lehnen als Förderverein weiterhin die Variante zwei ab und fordern eine echte Alternative!“ Vorstellen könnte sich der Förderverein eine Ortsumfahrung, die im Osten in einem etwas weiteren Bogen um Ahrensfelde herum führt.
Die weitläufigere Umgehung sei damals aussortiert worden, so die Argumentation des Fördervereins, nicht, weil sie schlecht sei, sondern weil man auf die klamme Kassenlage Berlins Rücksicht genommen habe. Nun sei Berlin aber ja bereit, sich finanziell zu beteiligen. Erst am Ende des letzten Jahres haben sich die Länder Berlin und Brandenburg darauf geeinigt, die Mehrkosten, die durch ein Trogbauwerk in Marzahn entstehen, Hälfte-Hälfte zu teilen.
Mit seiner Ablehnung der Variante zwei steht der Förderverein in Ahrensfelde nicht alleine da. Harry Jauert wohnt seit 66 Jahren an der Ahrensfelder B 158 und betreibt ebendort eine Gastwirtschaft. Genau an dem Ort also, der durch eine Umgehungsstraße entlastet werden soll. Vor einigen Jahren ließ er sich Schallschutzfenster zur Straßenseite einbauen. Auch er hält wie der Förderverein eine weiträumigere Umfahrung von Ahrensfelde – zum Beispiel vom Blumberger Damm über die Wiesen an Eiche vorbei zur Blumberger Chaussee – für vernünftiger. „Die Variante, die gerade geprüft wird, würde den Ort noch weiter zerschneiden“, befürchtet Gastwirt Jauert, der schon hier lebte, als die Dorfstraße vor seinem Haus noch gepflastert war. „Als dann asphaltiert wurde, kam die Trabbi-Karawane und die Straße stand manchmal im blauen Dunst“, erinnert sich Jauert.