Tag der offenen Tür
: Riesiger Andrang im Bildungszentrum Lobetal

Schulabgänger in spe suchten am Sonnabend nach der richtigen Ausbildung – Erwachsene nach einem beruflichen Neustart.
Von
Sabine Rakitin
Bernau
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  • Ein Herz und eine Seele: "Meine Fleißige" nennt Medizinpädagogin und Klassenlehrerin Jacqueline Dorn (l.) ihre Schülerin Sitora Dusanova. Die Usbekin wird zur Altenpflegerin ausgebildet.

    Ein Herz und eine Seele: "Meine Fleißige" nennt Medizinpädagogin und Klassenlehrerin Jacqueline Dorn (l.) ihre Schülerin Sitora Dusanova. Die Usbekin wird zur Altenpflegerin ausgebildet.

    Wolfgang Rakitin
  • Lange Schlangen vor dem Büro der Schulleitung. Die Nachfrage nach Ausbildungsmöglichkeiten in Lobetal ist riesig.

    Lange Schlangen vor dem Büro der Schulleitung. Die Nachfrage nach Ausbildungsmöglichkeiten in Lobetal ist riesig.

    Wolfgang Rakitin
  • Sven Seidler, Praxisanleiterin Jessica Kath und Diana Bretschneider (v.r.) arbeiten im Hort der Johanna-Schule Bernau.

    Sven Seidler, Praxisanleiterin Jessica Kath und Diana Bretschneider (v.r.) arbeiten im Hort der Johanna-Schule Bernau.

    Wolfgang Rakitin
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Sie befindet sich im ersten Ausbildungsjahr. Und sie ist eine leistungsstarke Schülerin – mit Bestnoten. „Meine Fleißige“ nennt Medizinpädagogin und Klassenlehrerin Jacqueline Dorn die junge Frau. Ähnlich schwärmt auch die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Alten- und Behindertenpflege Bernau, Sabine Preußner, von der 23-Jährigen. Sie stellte die Usbekin im vergangenen Jahr zunächst als Hilfskraft ein. Nun ist Sitora Auszubildende im Seniorenzentrum „Regine Hildebrandt“.

Groß ist am Sonnabend der Andrang beim Tag der offenen Tür im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal. Eine lange Schlange hat sich vor dem Zimmer der Schulleitung gebildet. Jugendliche, die in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen, wollen sich aus erster Hand über die Inhalte der Bildungsgänge, über die neue generalistische Pflegeausbildung und die Finanzierung der Ausbildung informieren. Doch es gibt auch viele Erwachsene, die  fest im Arbeitsleben stehen und damit liebäugeln, noch einmal ganz von vorn anzufangen, einen anderen, sozialen Beruf zu ergreifen.

Sven Seidler ist schon dabei. Der 42-Jährige arbeitet in Teilzeit als Erzieherhelfer im Hort der Johannaschule. Im Lobetal erfolgt berufsbegleitend seine dreijährige Ausbildung zum Sozialassistenten. Die Hälfte der Zeit hat der Vater eines zweijährigen Kindes bereits hinter sich. Einfach sei das nicht, alles unter einen Hut zu bringen. "Für einen, der schon jahrelang aus der Schule raus ist, sind die Lern-Bausteine ziemlich schwierig, und man muss sich viel zuhause allein erarbeiten“, weiß er. In seiner Klasse sind nahezu alle Alltersklassen vertreten. „Die Jüngsten sind 19, die Älteste ist 51“, erzählt der Bernauer. Aber irgendwie mache das auch Spaß. Und: „Die Schule erwartet nicht, dass man alles gleich kann. Man bekommt Hilfe. Das ist sehr angenehm.“

Auch Francis Neumann und Antonia Sattler haben gerade ihre Ausbildung zum Sozialassistenten begonnen. Sie schwärmen von der Schule. Was den beiden 17-Jährigen besonders gefällt: „das tolle Lehrer-Schüler-Verhältnis, die netten Menschen und die Ausstattung der Schule“, sagen sie.