Theatersterben: „Eine Soforthilfe sieht anders aus“ sagt man im Theater am Wandlitzsee
Seit Mitte März ist das Theater nun verwaist. Anfangs kehrte Sascha Gluth täglich zu den Bürozeiten in das Haus zurück, damit er Nachfragen zu bereits gekauften Karten beantworten konnte. „Es gab nur vereinzelt Fälle, die den Kaufpreis zurück verlangten. Die meisten boten von sich aus an, ihre Tickets später, wenn der Spielbetrieb wieder läuft, einzulösen. Das hat uns sehr geholfen“, stellt Sascha Gluth dankbar fest. Denn: Mit Beginn der Corona–Krise hat das Theater null Einnahmen. Alle Mitarbeiter, ausschließlich auf 450–Euro–Basis beschäftigt, mussten nach Hause geschickt werden. Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben geringfügig Beschäftigte nicht. Auch Techniker, Bühnenbildner und nicht zuletzt die Schauspieler–Kollegen sind auf Honorarbasis tätig. „Sie alle stehen vor dem Nichts“, stellt Sascha Gluth fest. Auf ihre vor fünf Wochen beantragte Soforthilfe — insgesamt 9000 Euro für drei Monate — wartet das Ehepaar immer noch. Außer einer Empfangsbestätigung des Antrages kam von der Investitionsbank des Landes Brandenburg bislang nichts. Sascha Gluth will nicht klagen, „weil es anderen Kollegen noch viel schlimmer geht“, aber eine Bemerkung kann er sich doch nicht verkneifen: „Eine Soforthilfe sieht anders aus!“
Das Theatergründer–Paar fühlt sich vom Land Brandenburg „komplett allein gelassen“. Vorerst bis 31. Juli muss das Theater geschlossen bleiben. Und selbst wenn es im Herbst weitergehen sollte: Die Abstandsregeln müssten sicher solange eingehalten werden, bis es einen Impfstoff gebe, schätzt Sascha Gluth. "Das würde bedeuten, wir könnten maximal vor etwa 20 Leuten spielen. Das würde nicht ansatzweise unsere Kosten einspielen.“ Zurzeit ist er auf der Suche nach einem Ersatzspielort. Erster Ansprechpartner war bereits der Wandlitzer Bürgermeister Oliver Borchert. Vielleicht kann das Theater am Wandlitzsee vorübergehend in den „Goldenen Löwen“ umziehen, hofft Sascha Gluth auf die Unterstützung der Gemeinde.


