Tierquälerei
: Bernauer Jäger findet Fall des angeschossenen Reihers „furchtbar“

Der Vogel starb später an den Folgen der Schüsse.
Von
Christian Heinig
Zepernick
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Blutiger Flügel: Beim Röntgen in einer Tierarztpraxis wies der Graureiher zwei Einschusslöcher auf.

Steven Giese/Wildtierrettung Oberhavel

Dafür meldete sich ein besorgter Bernauer Jäger bei der MOZ. „Es ist furchtbar, dass es Menschen gibt, die so etwas machen“, findet Hans–Dieter Deja. Er habe in den vergangenen Tagen häufiger Reiher beobachtet, auch im Stadtgebiet. „Das sind doch wunderbare Tiere, die man eher selten sieht.“

Ähnlich entsetzt wie Deja ist auch die Anwohnerin, die den Vogel am Sonntag an der Birkholzer Straße aufgelesen hat. „Wir waren mit dem Auto auf dem Heimweg, da stand er plötzlich am Straßenrand“, berichtet die 46–Jährige, die um Anonymität bat. „Er blutete am Flügel und tippelte hin und her.“ Die Frau stieg aus und versuchte, das verletzte Tier einzufangen. Der Reiher, sichtlich verschreckt, hüpfte zunächst in ein nahees Grundstück. Er beruhigte sich erst, als es gelang, ihm ein Handtuch über den Kopf zu werfen.

Anschließend begann für die „Finderin“ eine Odyssee. Der erste Anruf erreichte die Tiernotrettung. Dort hieß es: nur Haustiere! Die Polizei konnte auch nicht helfen. Nachdem sogar der Versuch scheiterte, einen Tierarzt ans Telefon zu bekommen, stieß die Frau beim „Googeln“ auf die Wildtierrettung in Oranienburg. Ein Volltreffer. Die kümmerte sich sofort und brachte den schwerverletzten Vogel zum Tierarzt. Doch die Hilfe kam zu spät, der Arzt konnte dem Vogel nicht mehr entscheidend helfen. Er verstarb.

Für die Zepernickerin, die den Reiher gefunden hatte, steht fest: „Wildtiere haben einfach keine Lobby.“