Tourismus
: Zeitverzug beim Radweg

Trotz diverser Versprechungen müssen Stolzenhagener und Wensickendorfer Bürger sich weiter bis zum Baubeginn des gemeinsamen Radweges gedulden.
Von
Hans Still
Stolzenhagen
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Vorsicht gefragt: Wer auf der B 273 in Höhe Rahmersee mit dem Rad unterwegs ist, lebt gefährlich. Etliche Autofahrer passieren die Strecke. Deshalb wird seit Jahren ein Radweg gefordert.

hans still/MOZ

In Stolzenhagen und Wensickendorf kochen die Emotionen hoch: Erneut wurden Zusagen zum Bau des Radweges zwischen beiden Orten von Brandenburger Behörden nicht eingehalten. Entsprechend frustriert und verärgert reagiert nun die Bürgerinitiative „Pro Radweg“, die schon seit Jahren den Radwegbau entlang der B 273 fordert. „Wir haben die Ministerin Kathrin Schneider an den letzten Termin im Oktober 2018, an ihre Zusagen und Versprechen erinnert. Die Grenze des Zumutbaren ist längst überschritten“, reagieren die drei Sprecher der Bürgerinitiative Bruno Oldenburg, Heinz Ließke und Jürgen Krajewski.

Warten auf Ausschreibungen

Tatsächlich wurde bei besagtem Termin im Oktober 2018 versprochen, spätestens im Mai/Juni die Ausschreibungen vorzunehmen und dann zügig mit dem Bau des Radweges zu beginnen. Davon kann allerdings keine Rede sein, wie sich jetzt erweist. Weder wurde das Vorhaben ausgeschrieben, noch ist etwas vom Baubeginn zu entdecken. „Wir haben bei den Mitarbeitern des Landesbetriebes Straßenwesen nachgefragt und dort erfahren, sie wissen nichts von einer bereits erfolgten Ausschreibung. Tatsächlich werden gerade erst die Veröffentlichungen des Vorhabens vorbereitet. Das bedeutet, wir warten hier noch länger auf den Baubeginn“, empört sich beim Treffen mit der Bürgerinitiative der Wensickendorfer Ortsvorsteher Heinz Ließke. Und auch Krajekwski, Ortsvorsteher in Stolzenhagen, legt nach. „Die Bürger müssen annehmen, sie werden von uns veralbert. Wir haben den Kompromiss vom Oktober 2018 in den Dörfern mitgeteilt und versprochen, der Durchbruch sei erreicht. Nun diese bittere Enttäuschung, die für neuen Frust sorgt.“ Die entsprechende Passage im Brief an Ministerin Schneider lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. „..., für die betroffenen Bürger ist nach 16 Jahren Wartezeit die zumutbare Grenze weit überschritten. Sie wenden sich enttäuscht und frustriert von dieser Politik der Versprechungen, des Hinhaltens und der Ignoranz mit Protest ab“, heißt es wörtlich.

Die SPD–Landtagsabgeordnete Britta Müller kann die neuerliche Verzögerung allerdings nicht klar erkennen. „Die Ministerin hatte die Ausschreibung im Mai/Juni versprochen, so stand es in der Zeitung. Ich gehe auch davon aus, dass der Baubeginn noch im dritten Quartal stattfinden wird.“ Ortsvorsteher Ließke hat die Situation anders in Erinnerung. „Sie hat das gesagt, aber uns war dieser Termin zu spät. Wir haben gefordert, es muss im Winter ausgeschrieben werden. Der Radweg wird eineinhalb Jahre dauern und soll 2020 fertig werden.“