Tradition
: Eisbader steigen in den kalten Obersee

Bernauer Eisheilige und Wandlitzer Pinguine nehmen ihr Bad am dritten Advent. Das Wasser ist 4,3 Grad kalt.
Von
Olav Schröder
Lanke
Jetzt in der App anhören

Ein Bad im Obersee – und in der Sonne: Als hätte der Wettergott die Verwünschungen der Eisbader gehört, stoppte er zur Freude der Unerschütterlichen den Regen vor dem Badegang.

Wolfgang Rakitin

Die Wassertemperatur im Obersee lag an diesem Sonntag genau bei 4,3 Grad, wie Margitta May, Vorsitzende des SV Grün–Weiß Bernau Waldfrieden, zu dem die Eisheiligen gehören, und zugleich Gründungsmitglied der entschiedenen Wassersportgruppe. "Wir sind vor allem unseren Fans dankbar, dass sie uns auch bei diesem Wetter die Treue halten“, sagte sie – und fügte gleich einen Tipp für die Zuschauer gegen die nasse Kälte hinzu: „Wer bei den Liedern des Galerie–Chors Schönow die eigenen Stimmbänder bewegt, wird sicher auch warm.“ Diese Chance wurde denn auch genutzt, als der Chor wie in vielen Jahren zuvor, die Eisbader bei ihrem Badegang musikalisch unterstützte.

Vier neue Mitglieder waren diesmal in die Reihen der Eisheiligen aufgestiegen. Margitta May führt dies auf die Teilnahme am Tag der Vereine im Sommer zurück. „Bei 40 Grad plus haben sich viele für das Eisbaden interessiert“, blickt sie schalkhaft zurück und freut sich: „Einige sind wirklich gekommen.“

Während der Wintersaison treffen sich die Eisheiligen regelmäßig am Liepnitzsee. Die Dauer eines Badegangs entspricht der Wassertemperatur, bestätigt Petra May. Am Liepnitzsee sind es oft zwei drei– bis vierminütige Gänge, mit einem Tee in der Pause  Kälter als 1,8 Grad wird das Seewasser allerdings nicht. Bei Frost und einer geschlossenen Eisdecke kommen Eisbader erst so richtig auf ihre Kosten.

Gute Freunde als Voraussetzung

„Die wichtigste Voraussetzung für das Eisbaden sind gute Freunde“, berichtet Familie Schmidt, die für das kalte Hobby brennt. In der Gruppe werden die für Sommerschwimmer unwirtlichen Temperaturen gar nicht wahrgenommen. Der Haussee der „Pinguine“ ist der Wandlitzsee. Dort treffen sie sich regelmäßig das ganze Jahr über. Und neue Mitschwimmer sind auch hier willkommen. Das gemeinsame Bad mit Eisheiligen im Obersee stand in diesem Jahr bereits das neunte Mal auf dem Programm.

Der nächste Auftritt der Grün–Weißen steht im Februar bevor. Erneut ist es die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Winterschwimmer, diesmal wieder in Slowenien.