Trockenheit: Katastrophe für Landwirte

Mit rund 10 000 Liter Wasser werden täglich in der Gemeinde Panketal Grünanlagen bewässert. Robert Koeppe vom Panketaler Betriebshof ist hier mit der Pflege einer neuen Blumenwiese für Insekten im Goethepark beschäftigt.
Sergej ScheibeDie Situation ist katastrophal“, sagt der Barnimer Vize–Landrat Holger Lampe. Gemeint ist die anhaltende Trockenheit, die nicht nur den Brandschützern im Barnim, sondern auch den Landwirten zu schaffen macht.
Lampe kann die Lage aus eigener beruflicher Erfahrung und aus vielen Jahren als Vorsitzender des Barnimer Bauernverbandes einschätzen. Eine Katastrophe für die Landwirtschaft sei der im April ausgebliebene Regen aufgrund der Vorjahre. Auch 2018 — viele erinnern sich an die Dürreperioden und den Hitzesommer — war bereits durch ausbleibende Niederschläge geprägt. „Hinzu kommt noch, dass es auch im vergangenen Winter nicht geschneit hat“, so Lampe. Somit bestand keine Chance, dass sich das langsam schmelzende Grundwasser im Boden verteilte. Und dies in einer Region, die traditionell eher durch eine trockene Lage gekennzeichnet sei. „Jetzt kommen noch Sonne und Wind dazu, da ist auch der letzte Tropfen Wasser schnell weg. Und das in einer Zeit, in der die Natur eigentlich starten will.“
Völlig hoffnungslos ist die Lage aber auch aus Lampes Sicht noch nicht. „Die Natur kann auch aufholen“, sagt er. Wie hoch die Ernteerträge oder -verluste tatsächlich sein werden, stehe noch aus. Der Raps, der ausbleibende Niederschläge durch tiefere Wurzeln ausgleichen kann, versuche derzeit zu blühen. Mais und andere Getreidearten haben diesen Vorteil nicht.
Großflächige Bewässerungen gibt es im Barnim kaum. Zum einen gebe es zu wenig Brunnen, andererseits würden die Anlagen auch das Budget der Landwirte belasten.
Ein kurzer Regenschauer, wie es ihn am Dienstagnachmittag gegeben hat, wird an der Gesamtsituation nichts ändern. „Es brennt wie Zunder“, hieß es in der Einsatzleitstelle, als am zurückliegenden langen Feiertagswochenende die Feuerwehren im Landkreis zu insgesamt elf Wald– und Flächenbränden ausrücken mussten. Größere Brände blieben dabei glücklicherweise aus, teilte Pressesprecher Oliver Köhler mit. die Wehren seien gut aufgestellt und für ihre Aufgaben gerüstet.
Aktuell gilt im Barnim die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Nicht nur der Wald, auch Wiesen– und Grasflächen können auf Grund der Trockenheit sehr schnell in Brand geraten und aufgrund des böigen Windes ausbreiten.
Der Umgang mit offenem Feuer ist daher in einem Abstand von weniger als 50 Metern zum Waldrand untersagt. Dazu zählen auch Grillen und Rauchen.