Trockenheit: Spitzenwerte beim Wasserverbrauch in Zehlendorf – Sprengverbot droht

Wenn die Wandlitzer weiter zwischen 17 und 20 Uhr die Gärten wässern, will der NWA reagieren und Sprengverbote erlassen. (Symbolbild)
Jens Schierenbeck/dpaDer Verdacht fällt nicht von ungefähr auf Garten- und Poolbesitzer. Der NWA hat offenkundig die Möglichkeit, den Trinkwasserverbrauch und den Abwasseranfall ins Verhältnis zu setzen. Dieser Vergleich erbringt den hohen Verbrauch, ohne dass zeitgleich besonders viel Abwasser anfällt, wie es beispielsweise in der Halbzeitpause eines WM-Finales der Fall wäre.
Vorhaben nur teilweise erledigt
Kommt es zum Sprengverbot, wäre es das dritte Sprengverbot in Folge. 2018 gab es wie auch 2019 einen heißen Sommer, der NWA reagierte mit der Reglementierung des Wasserverbrauchs und kündigte umgehend Verbesserungen an. Doch diese Verbesserungen ließen sich bislang nur teilweise umsetzen, wie sich jetzt zeigt. Im Wasserwerk Prenden wurde die Wasseraufbereitung plangemäß ertüchtigt. Anders sieht es bei der so genannten Osttangente aus, nämlich die Verbindung vom Wasserwerk zum Wandlitzer Norden weiter bis nach Basdorf. „Der Auftrag ist raus, er wird aber bis zum Sommer nicht abgearbeitet“, so der Verbandschef. Wie er sagt, seien die Firmenangebote der ersten Ausschreibung preislich derart über den Erwartungen des NWA ausgefallen, dass es eine zweite Ausschreibung gegeben habe. Auch sei über den Wirtschaftsplan Geld nachgeschossen worden. Dritter Teil des NWA-Maßnahmeplan war eigentlich ein großes Trinkwasserbehältnis in Stolzenhagen. Daraus wurde bislang nichts, da der NWA nicht erwartet hatte, für das Vorhaben einen Bauantrag stellen zu müssen.
Strenge Kontrollen
Wie Matthias Kunde sagt, liegen die derzeitigen Abnahmespitzen bei 7800 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag. Im Hochsommer 2019 habe es Spitzenwerte von 8400 Kubikmetern Trinkwasser gegeben. „Wir können pro Tag 9000 Kubikmeter Trinkwasser aufbereiten, es ginge auch mehr. Aber eben nicht, wenn 70 Prozent dieses Verbrauches in die Zeit von 17 bis 20 Uhr fallen“, argumentiert der NWA-Geschäftsführer und fügt an, "in sieben Monaten des Jahres brauchen wir solche Mengen nie“.
Die Folgen dieser Verbräuche: In Zehlendorf, Schmachtenhagen und Zühlslake, aber auch in Teilen von Basdorf und in der Wandlitzer Nibelungensiedlung sinkt der Wasserdruck auf mickrige 0,5 bar.
Der NWA will im Fall des Sprengverbotes auch wieder die Einhaltung kontrollieren. Diesmal übrigens mit Hilfe eines Dienstleisters, um bei späteren Bußgeldverfahren vor Gericht nicht in den Verdacht zu geraten, Eigeninteressen verfolgt zu haben.
