Übergabe
: Baustoff-Kontor Bernau hat neuen Besitzer

Die Mobau Baustoff-Union GmbH Neuenhagen hat zu Jahresbeginn das Baustoff-Kontor Bernau übernommen.
Von
Kai-Uwe Krakau
Bernau
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Zufriedene Gesichter: Ernst-Otto Rönnau (Baustoff-Kontor Bernau) sowie Manuel Nadenau und Andreas Glöde (v.r.) von der Baustoff-Union Neuenhagen vor dem neuen Firmenschild am Standort auf dem Gewerbegebiet Schönow.

Sergej Scheibe

Vor fast 30 Jahren, am 1. Oktober 1990, gründete Ernst-Otto Rönnau das Baustoff-Kontor Bernau (BKB). Nun hat sich der Schleswig-Holsteiner zurückgezogen – seit Jahresbeginn gehört das Unternehmen auf dem Gewerbegebiet Schönow zur Mobau Baustoff-Union GmbH mit Sitz in Neuenhagen (Märkisch Oderland). Die gute Nachricht: Für die Kunden und Partner ändert sich nichts.

„Zum Jahresende 2018 habe ich mich erstmals damit beschäftigt, wie es geschäftlich weitergehen soll“, erzählt Rönnau. Unzählige Male ist er in seinem Leben die Strecke zwischen Nortorf, seiner Heimat, und der Hussitenstadt gefahren. Irgendwann musste damit auch mal Schluss sein, findet der 63-Jährige. Ein Nachfolger aus der Familie stand nicht bereit, also musste eine externe Lösung gefunden sein. Der Zufall half schließlich nach. Ein Partner aus der Eurobaustoff-Kooperation hatte eine Idee und brachte die Baustoff-Union in Neuenhagen ins Gespräch. "Kurz danach habe ich mit dem dortigen Geschäftsführer telefoniert, im Februar 2019 gab es das erste Treffen“, erinnert sich Rönnau. Dem folgten weitere Zusammenkünfte, denn viele Fragen mussten besprochen und geklärt werden. Doch Rönnau hatte von Beginn an ein gutes Gefühl – es passte einfach zwischen dem Bau-Kontor und der Baustoff-Union. Und das durchaus auch zwischenmenschlich. „Wir waren uns sofort sympathisch“, so Manuel Nadenau, der geschäftsführende Gesellschafter des Familienunternehmens aus Neuenhagen.

Für den bisherigen Geschäftsführer war es besonders wichtig, sein Unternehmen in „gute Hände“ zu geben. Darüber hinaus lag es Rönnau auch am Herzen, dass seine insgesamt 25 Mitarbeiter an den beiden Standorten Bernau und Seelow (Märkisch Oderland) weiterbeschäftigt werden. Und nicht zuletzt sollte die gute Kundenbindung erhalten bleiben. Die Sortimente von Baustoff-Kontor und Baustoff-Union sind vergleichbar, die Arbeitsabläufe den Belegschaften beider Unternehmen bekannt. An der Potsdamer Straße kaufen Maurer, Zimmerleute und Tischler ein –  vom Beton über den Dämmstoff bis zur Fliese. „Wir kennen die Region und den Markt“, so Rönnau. Für die Neuenhagener spricht auch, dass der 63-Jährige nur mit ihnen verhandelt hat. Über Alternativen hatte der Schleswig-Holsteiner nie wirklich nachgedacht.

„Wir hatten schon lange über eine Erweiterung nachgedacht, aber nicht um jeden Preis“, sagt Manuel Nadenau. Das Baustoff-Kontor wurde so wie das eigene Unternehmen geführt. Das gefiel den Neuenhagenern. Größere Veränderungen soll es zunächst nicht geben. „Wir haben keinen zeitlichen Druck“. Erste Gespräche mit den neuen Mitarbeitern seien positiv verlaufen, berichtet Baustoff-Union-Geschäftsführer Andreas Glöde. Die beiden Mannschaften müssten nun zusammenwachsen und voneinander lernen.

Und was war das Schwierige bei der Betriebsübergabe? Die drei Männer müssen nicht lange überlegen. „Die Harmonisierung der Preislisten“. Sonst lief alles wie im Bilderbuch und ohne externe Hilfe. Einen Tipp hat Ernst-Otto Rönnau noch für Unternehmer, die einen Nachfolger suchen: Nicht so viel Berater mit ins Boot holen und auf sich selbst vertrauen.

Betriebsübergang

"Nehmen Sie sich Zeit" raten Industrie- und Handelskammern allen Unternehmern, die einen Nachfolger suchen. Die Vorbereitungen sollten deshalb rechtzeitig beginnen, das ganze Verfahren kann durchaus mehrere Jahre dauern. Außerdem sollte man sich beraten lassen. Gerade im Handwerk seien oft die rechtlichen und finanziellen Kenntnisse für eine korrekte Unternehmensübergabe nicht vorhanden. Auch das Erstellen eines Vertrages sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Vor allem für einen optimalen Haftungsausschluss müsse eine Fachkraft hinzugezogen werden. Der Nachfolger sollte ferner frühzeitig ins Unternehmen geholt werden.⇥au