Urlaub
: Mit Pferd und Wagen auf Tour durch den Barnim

Seit 2003 gehen jedes Jahr Familien aus Hobrechtsfelde und deren Freunde für eine Woche auf Wanderritt durch den Barnim.
Von
Sabine Rakitin
Lanke
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  • Seit 2003 gehen jedes Jahr Familien aus Hobrechtsfelde und deren Freunde für eine Woche auf Wanderritt durch den Barnim. Bernd Rünger (vorn links) auf seinem selbst gebauten Planwagen, neben ihm sein Freund Marco Ackermann. Insgesamt waren in diesem Jahr vier Einspänner auf Tour.

    Seit 2003 gehen jedes Jahr Familien aus Hobrechtsfelde und deren Freunde für eine Woche auf Wanderritt durch den Barnim. Bernd Rünger (vorn links) auf seinem selbst gebauten Planwagen, neben ihm sein Freund Marco Ackermann. Insgesamt waren in diesem Jahr vier Einspänner auf Tour.

    Wolfgang Rakitin
  • Hingucker auf der Landstraße zwischen Lanke und Biesenthal: Die Reiter folgen auf den letzten Wagen.

    Hingucker auf der Landstraße zwischen Lanke und Biesenthal: Die Reiter folgen auf den letzten Wagen.

    Wolfgang Rakitin
  • Hejo, spann den Wagen an: Andreas Müller (l.) von der "Hoby Ranch" erhält Hilfe von Marco Müller.

    Hejo, spann den Wagen an: Andreas Müller (l.) von der "Hoby Ranch" erhält Hilfe von Marco Müller.

    Wolfgang Rakitin
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Denn mit 79 Jahren kann Manfred Rünger nicht mehr eine Woche lang mit dem Planwagen durch die Lande ziehen. „Aber aufs Pferd setzt sich mein Vater schon noch ab und zu“, erzählt der Sohn.

In diesem Jahr führte die jährliche Tour der Inhaber des Reiterhofs „Hoby Ranch Müller“ aus Hobrechtsfelde, der „Heath Horse Ranch“ aus Schönow und der „Willow Ranch“ am Gorinsee nach Lanke und Biesenthal. Zuvor hatten Bernd und Sina Rünger die Höfe im Niederbarnim nach einem geeigneten Quartier für die drei Familien und ihre Freunde samt Pferden und Wagen unter die Lupe genommen. Bei den Biobauern Gerhard und Michael Hauser in Lanke wurden sie fündig. An vier Tagen schwärmten die Frauen, Männer und Kinder mit vier Einspännern oder hoch zu Ross in die Umgebung aus — ein Hingucker für die Autofahrer, die dem Tross auf der Landstraße begegneten.

Bernd Rünger genießt die alljährlichen Touren. Der Landwirt, der auf einem Rinderhof arbeitet, betreibt die „Willow Ranch“ als Hobby. Von seinen sechs Pferden hat er diesmal den 20–jährigen Max, ein Warmblut, vor den Wagen gespannt. Rünger hält die Zügel in der Hand — neben ihm Freund Marco Ackermann, dessen Pferd ebenfalls auf der „Willow Ranch“ untergebracht hat.

Planwagen ist Marke Eigenbau

Den Planwagen hat Bernd Rünger vor Jahren in langen Wintermonaten selbst gebaut. Er ist sein ganzer Stolz und hat alles, was Mann so braucht auf dem Wanderritt: „einen Campingkocher, eine Waschschüssel und einen Platz zum Schlafen“, zählt der 53–Jährige auf.

Im Jahre 2003 gingen die Barnimer erstmals auf ihre Tour. Seitdem sind sie jedes Jahr im Sommer für eine knappe Woche unterwegs, steuerten nicht nur Stationen im Niederbarnim an, sondern auch in Oberhavel und im Havelland — „meist vor Erntebeginn“, sagt Bernd Rünger. Auch jetzt, da der Wanderritt 2020 bereits seit einer Woche Geschichte ist, sitzt der Landwirt wieder auf dem Mähdrescher.