Vandalismus in Bernau
: Tiny Forest zerstört – Bürgermeister setzt Belohnung aus

Mitte Dezember haben viele Helfer ein Miniwäldchen, oder auch Tiny Forest, in Bernau angelegt. Nun wurde die Anlage teilweise zerstört. Die Empörung ist groß.
Von
Tilman Trebs
Bernau
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Einfach umgetreten: Der neue Tiny Forest an der Zepernicker Chaussee in Bernau ist teilweise zerstört worden.

Einfach umgetreten: Der gerade erst neu angelegte Tiny Forest an der Zepernicker Chaussee in Bernau ist teilweise zerstört worden. Der Bürgermeister will helfen, die Verantwortlichen ausfindig zu machen.

Jens Hermann
  • Miniwald in Bernau wurde teilweise zerstört; Bürgermeister setzt Belohnung aus.
  • 1500 Bäume und Sträucher an der Zepernicker Chaussee gepflanzt.
  • Schäden entstanden an Heiligabend; Täter unbekannt.
  • Bürgermeister bietet 250 Euro Belohnung für Hinweise.
  • Projekt „Stadtgrün naturnah“ gefördert durch Bundesministerium.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Weihnachtsseligkeit in Bernau ist über die Festtage teilweise in Wut umgeschlagen. Denn der 24. Dezember ist nicht nur still und heilig zu Ende gegangen.

Erst Mitte Dezember war an der Ecke Mainstraße/Zepernicker Chaussee mit Geld der Stadt und vielen fleißigen Helfern ein Miniwäldchen angelegt worden. Die Anlage mit mehr als 1500 Bäumen und Sträuchern soll zur schnell wachsenden grünen Oase an der Autobahn A11 werden – grünes Klassenzimmer und Insektenhotel inklusive.

Holzzaun vom Friedenswäldchen in Bernau zerstört

„Friedenswäldchen“ haben die Bernauer ihren Tiny Forest im Stadtteil Friedenstal genannt. Doch offenbar sind nicht alle dem Projekt friedlich gesinnt. Nur zehn Tage nach der Pflanzaktion haben Unbekannte den Holzzaun, der die jungen Pflanzen schützen soll, in großen Teilen zerstört. Die Umzäunung wurde auf rund 50 Metern demoliert. Zum Teil sind frisch gesetzte Bäume und Sträucher abgebrochen. Die Tat hat sich offenbar an Heiligabend ereignet.

Bürgermeister André Stahl (Linke) erfuhr davon am zweiten Weihnachtsfeiertag, nachdem ein Passant die Bilder der Zerstörung in der Facebook-Gruppe „Mein Bernau“ veröffentlicht hatte. Stahl reagierte empört und kündigte sogleich an: „Selbstverständlich werden wir als Stadt Bernau die Schäden wieder beseitigen. Es ist jedoch ärgerlich, dass dies das Geld unserer Gemeinschaft kostet und dann für andere schöne oder wichtige Projekte nicht zur Verfügung steht. Einfach schade und unverständlich.“

Tiny Forest in Bernau: André Stahl bietet Geld für Hinweise

Allein dabei belassen will es der Rathauschef aber nicht. Er will auch wissen, wer für den Vandalismus verantwortlich ist und hat deshalb in der Facebook-Gruppe spontan eine Belohnung in Höhe von 250 Euro für Hinweise, „die zur Namhaftmachung der Täter führen“, angeboten. Das Geld will Stahl aus privater Tasche zur Verfügung stellen. Außerdem will die Stadt Anzeige bei der Polizei erstatten. Die gröbsten Schäden hat der Bauhof am Freitag beseitigt.

Der Bernauer CDU-Vorsitzende Daniel Sauer verdoppelte den Betrag am Freitag auf 500 Euro: „Man kann sich nur an den Kopf fassen bei solch einem Akt des blinden Vandalismus. Wer neu angelegte Grünanlagen zerstört, ist nicht nur dumm, sondern stellt sich auch gegen die Menschen in unserer Stadt.“

Der Miniwald ist Teil des Programms „Stadtgrün naturnah“ und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert. Ziel ist es, Bernau grüner, nachhaltiger und klimafreundlicher zu machen – und gleichzeitig einen Ort zu schaffen, an dem Mensch und Natur sich näherkommen.

Hinter dem Projekt steht nicht nur die Stadt Bernau, sondern auch der Verein MIYA forest e.V. Gegründet von Absolventen der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, bringt der Verein das nötige Know-how mit und hat bereits mehrere solcher Miniwälder erfolgreich umgesetzt.