Vereinsarbeit: Von Mensch zu Mensch

Der Spaß ist dabei: Die Kinder trainieren für ihre Zirkusauftritte in der Gunter-Liche-Halle an der Ladeburger Chaussee.
Sergej ScheibeEin ausgebauter Dreiseiten-Hof auf dem mehrere Generationen zusammenkommen, voneinander lernen und sich miteinander beschäftigen – diesen Traum hat Katrin Wendt schon länger. Und er wird die junge Frau wohl auch noch eine ganze Weile begleiten. Die Überzeugung der Ladeburgerin, dass jeder Mensch einzigartige Fähigkeiten besitzt und etwas lernen und lehren kann, hat jedoch im Verein „Glückskind“ ihre Erfüllung gefunden.
„Unsere drei Kinder haben einmal beim Zirkus in Basdorf mitgemacht“, erzählt Katrin Wendt. Das habe ihnen riesig viel Spaß gemacht, neue Freundschaften sind entstanden. "Wir sind dann auf die Idee mit dem Verein gekommen“, so die Vorsitzende.
Mit dem „Circus Majestroni“ hat der Verein seit seiner Gründung im Juni 2018 ein umfassendes Sport- und Bewegungsangebot geschaffen. Es ist offen für Menschen jeden Alters und jeden Interesses. Man kann Akrobatik machen, am Trapez und Vertikaltuch turnen, mit Bällen und Keulen jonglieren, Clown oder Zauberer sein. Vor allem Kinder lernen dabei, was sie auch im späteren Leben benötigen: Kreativität, Mut, Ausdauer und Konzentrationsvermögen. „Der Nachwuchs sitzt heute oft zu lange vor dem Fernseher oder Computer“, beklagt Katrin Wendt.
Beim sogenannten „Freien Training“ können die künftigen Zirkusleute zunächst verschiedene Requisiten ausprobieren. Wer dann seine Leidenschaft beispielsweise für das Trapez oder die Ball-Jonglage entdeckt und den Ehrgeiz entwickelt hat, darin immer besser zu werden, kann in kleinere Gruppen wechseln. Gemeinsam mit anderen können dann in der Gunter-Liche-Halle an der Ladeburger Chaussee mit Hilfe erfahrener Trainer die Fertigkeiten vertieft und ausgebaut werden.
Aber beim „Glückskind“-Verein kann man noch mehr als nur Zirkusluft schnuppern. Seit Oktober gehört auch eine Kreativ-Arbeitsgemeinschaft zum Angebot. „Wir haben zunächst bei uns zu Hause begonnen“, berichtet die Vereinsvorsitzende. Inzwischen konnte die Gruppe aber ins Ortsteilzentrum von Ladeburg umziehen. Dort trifft man sich jeden Dienstag zwischen 16 und 17.30 Uhr zum gemeinsamen Arbeiten. „Jeder kann kommen, alles ist freiwillig“, so die Vereinsvorsitzende. Dann werden im großen Raum in der ersten Etage unter anderem Jonglierbälle gehäkelt, Pois genäht und Flowersticks gebastelt. „Das Schöne ist, dass hier Generationen voneinander lernen“, sagt Katrin Wendt.
An diesem Nachmittag sind beispielsweise Elke Huhn und Gudrun Hergert dabei. Die beiden Seniorinnen kommen einmal im Monat vorbei und haben jede Menge Spaß. Elke Huhn bringt zudem viel Erfahrung aus dem Kreativ-Zirkel in Bernau-Süd mit und kann diese nun weitergeben. „Aber wir lernen auch hinzu“, so Gudrun Hergert.
Weitere Mitstreiter willkommen
„Wir suchen natürlich noch mehr Menschen, die ihre Fähigkeiten weitergeben möchten“, sagt Daniel Wendt, Schatzmeister des Vereins. Der Ladeburger denkt beispielsweise an Maler oder Keramiker. „Je mehr Unterstützung wir bekommen, umso mehr Kinder können wir betreuen“, betont Wendt.
Beim nächsten Treff der Kreativ-AG soll übrigens eine Leinwand gestaltet werden, eine Woche später entstehen Karten für den bevorstehenden Muttertag.
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