BVB/Freie Wähler, die Linke und die Bündnisgrünen haben damit eine Initiative aufgegriffen, die in der Bernauer Arbeitsgruppe Radverkehr geboren wurde. Gegenwärtig dient die Fahrrad-straße zwischen Lobetal und Ladeburg als Umleitung für die gesperrte Strecke von Rüdnitz nach Lobetal. Ihr Status ruht damit vorerst, mindestens bis Ende des Jahres. Da sich allerdings bereits in den vergangenen Jahren auch aufgrund der zunehmenden Bautätigkeit ein starker Autoverkehr auf der Fahrradstraße entwickelt hat, hatte Marcel Kerlikofsky, Leiter der Barnimer Unfallkommission, in der Arbeitsgruppe angeregt, dass sich Bernau überlegt, ob es den Status für die Strecke aufrecht erhalten will oder eine andere Lösung anstrebt. Auf einer ausgewiesenen Fahrradstraße haben Radfahrer bestimmte Vorrechte, dürfen zum Beispiel nebeneinander fahren. Für die Lobetaler Strecke gibt es jedoch zunehmend Klagen, dass Radfahrer wegen des starken Autoverkehrs immer öfter abgedrängt werden. An den 20 Unfällen in den vergangenen fünf Jahren war zwar nur in einem Fall ein Radfahrer beteiligt. Auch wenn dieser unverletzt bliebt, werden schwerere Unfälle nicht mehr ausgeschlossen.
Jan Heide (BVB/Freie Wähler), Heidi Scheidt (Linke) und Jonathan Etzold (Bündnis90/Die Grünen) sprechen sich in dem gemeinsamen Antrag dafür aus, dass die Stadt bei einer weiteren Zunahme des Pkw- und Lkw-Verkehrs schon jetzt auf eine Lösung für "alle Verkehrsteilnehmer, auch Fußgänger" setzen sollte und eine "Straße mit separatem Radweg für beide Richtungen" realisiert. Die zur Verfügung stehene Fläche reiche. Auch die beiden Ortsvorsteher Hans-Günther Hartmann und Jens Thaute würden diese Variante favorisieren.
Vorgeschlagen wird in dem Antrag, für 2021 Planungs- und Fördermittel für den Bau eines separaten Rad- und Fußwegs zu beantragen und die Fertigstellung 2022 anzustreben.
Auch beim Bau der Ladesstraße am Bernauer Bahnhof wird auf die Trennung von Radfahr- und Autoverkehr gesetzt. Zwar werden Radfahrer die Ladestraße befahren können, doch die Stadtverwaltung favorisiert auch hier die Nutzung der parallel verlaufenden Fahrradtrasse an.
Für Fußgänger und Autofahrer
Die AG Radverkehr um Michael Klitsch hat sich außerhalb der Stadtverordnetenversammlung gegründet und strebt überparteilich Verbesserungen für Radfahrer jeden Alters an. Ihrem Selbstverständnis nach sollen die Impulse auch im Sinne von Fußgängern und Autofahrern sein, wohl wissend, dass jeder auch zu Fuß geht und viele Rad und Auto fahren. Die Treffen der AG sind offen für alle und werden intensiv von Kommunalpolitikern und Entscheidungsträgern der Stadt- und Kreisverwalttung besucht.