Verkehr: Rüdnitzer Baustelle in den Startlöchern

Desolate Dorfstraße: Fußgänger werden einen durchgängigen Gehweg erhalten.
Sergej ScheibeEigentlich sollte der Ausbau der Kreisstraße von Rüdnitz nach Lobetal bereits im Oktober beginnen. Doch der Start hat sich verschoben. Die 15 Monate dauernden Arbeiten sollen nach Auskunft der Kreisverwaltung aber noch in diesem Monat beginnen. Die Vollsperrung der Straße ist — in Abhängigkeit von der Fertigstellung der Umleitungsstrecke über Ladeburg — ab der 46. Kalenderwoche geplant, könnte also frühestens am Montag erfolgen. Abhängig ist diese Planung noch von einer Beratung am heutigen Mittwoch. In Rüdnitz sorgt der sich abzeichnende Baubeginn für Aufatmen. Unmut gibt es in Bernau über die Umleitungsstrecke.
Witterungsabhängige Arbeiten
Die Straße von Rüdnitz nach Lobetal wird ab der Abzweigung von der L200 (ehemals B2) vom Landkreis ausgebaut. Außerdem erhält sie auf dem gesamten Abschnitt einen Gehweg. Im Dezember 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Als Umleitungsstrecke sind der Biesenthaler Weg in Ladeburg — die Fahrradstraße — und der Ladeburger Weg in Lobetal vorgesehen. Gegenwärtig wird die Umleitungsstrecke hergerichtet. Im ersten Bauabschnitt wird die freie Strecke zwischen Rüdnitz und Lobetal hergestellt, im zweiten dann der Abschnitt innerhalb von Rüdnitz. Begonnen wird mit Fäll– und Rodungsarbeiten auf der freien Strecke. Alle geplanten Arbeiten sind natürlich witterungsabhängig, unterstreicht die Kreisverwaltung.
Die Investitionskosten liegen bei 2,9 Millionen Euro. 2,62 Millionen Euro finanziert der Kreis, Rüdnitz trägt 280 000 Euro.
In Bernau waren Bedenken gegen die Umleitungsstrecke aufgekommen. In der Stadtverordnetenversammlung wurde über die Belastung der Fahrradstraße von Ladeburg nach Lobetal diskutiert. Angesichts der mehrwöchigen Verzögerungen wuchsen in Rüdnitz die Sorgen. Bürgermeister Andreas Hoffmann befürchtete, dass der Zeitverlust nicht mehr aufzuholen sei. Da die Arbeiten innerhalb von Rüdnitz erst im zweiten Bauabschnitt erfolgen, könnte bei einem frühen Wintereinbruch eine große ruhende Winterbaustelle im Ort entstehen. Dies sei den Anliegern nicht zuzumuten, so Hoffmann. Die Befürchtung teilt Biesenthal–Barnims Amtsdirektor André Nedlin. Eine Winterbaustelle könne die Bauzeit zudem um ein Viertel verlängern.
Bernaus Bürgermeister André Stahl macht keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit: „Die Begeisterung für die zusätzliche Umleitung hält sich in Grenzen.“ Der Versorgungsverkehr auf der Fahrradstraße belaste sie zusätzlich und für die Einrichtungen der Hoffnungstaler Stiftung werden die Wege weiter.
In der Bernauer Stadtverordnetenversammlung wurde ein Ausbau mit halbseitiger Sperrung diskutiert. Bauexperte lehnen dies aufgrund der Enge der Straße aus Sicherheitsgründen ab. Der Rüdnitzer Bürgermeister Andreas Hoffmann kann die Bernauer Befürchtungen nicht ganz nachvollziehen. Immerhin würde Rüdnitz den Verkehr zu dem Bernauer Ortsteil schon die ganze Zeit verkraften.