Vorsorge als Leitmotiv: Bernauer Oberarzt hört nach 40 Jahren auf

Tausende von Patienten aus dem Niederbarnim wurden von Dr. Dietmar Mildner und seinem Team in rund vier Jahrzehnten betreut. In seiner Freizeit war er als leidenschaftlicher Radfahrer schon in vielen Ländern Europas unterwegs.
Olav SchröderGeboren in Eberswalde und aufgewachsen in Thüringen, hatte er in Berlin studiert, liebäugelte mit einer Anstellung im Klinikum Buch, musste sich aber sogar seinen Platz in Bernau erst erkämpfen. „Ich wollte nicht freiwillig Reserveoffizier werden und sollte deswegen in einem ganz anderen Ort anfangen“, berichtet er, durfte schließlich aber doch nach großem Einsatz am Bernauer Krankenhaus beginnen. Die Innere Abteilung in Zepernick zählte damals etwa 90 Betten.
Wichtige Stationen waren die Facharztausbildung 1983 und dann 1997 der Umzug von Zepernick in den Neubau des Krankenhauses und Herzzentrums am angestammten Standort in Bernau. Dietmar Mildner spricht von der "sozialistischen Mangelwirtschaft“ vor der Wende. Und dass in den 1990er–Jahren, als feststand, dass in Bernau ein neues Haus entsteht, in Zepernick nur noch das Notwendigste für den Erhalt des Standorts ausgegeben wurde.
Doch was ihm viel mehr am Herzen lag und liegt, ist der Aufbau der Endoskopie. Gab es ursprünglich kein einziges Endoskop, mit dem innere Körperregionen untersucht werden konnten, änderte sich dies bald. Und als später im neuen Haus zwei eigene Endoskopieräume zur Verfügung standen, "kamen auch die Patienten, die die frühere Situation kannten, aus dem Staunen nicht heraus“, sagt er. Hinzu kam auch die Endosonographie. An der Spitze des Endoskops befindet sich ein Ultraschallkopf, der die Untersuchung zum Beispiel der Bauchspeicheldrüse aus nächster Nähe ermöglicht. Heute arbeitet mit Dr. Arne Eisele, Dr. Oliver Lemm und Dr. Johannes Lenz ein dreiköpfiges Arbeitsteams in der Abteilung.
Nicht hoch genug einzuschätzen sei die Arbeit der Krankenschwestern, und zwar nicht allein in fachlicher, sondern insbesondere in menschlicher Hinsicht. „Sie sorgen in Bernau für das tolle Klima, das für die Patienten so wichtig ist.“
2002, als bundesweit das Dickdarm–Vorsorgeprogramm für 55–Jährige aufwärts anlief, war Bernau gut aufgestellt, blickt Dietmar Mildner zurück. „Wir können uns nur dafür bedanken, das die Patienten uns vertrauen und die Vorsorge annehmen“, sagt er. Immerhin habe die Zahl der Dickdarm–Karzinomerkrankungen in Deutschland dadurch um etwa 10 000 jährlich abgenommen. Sein Wunsch ist, dass diese Vorsorge weiterhin wahrgenommen wird. „Im Vergleich zu dem, was ein Patient und seine Angehörigen bei einer Erkrankung durchmachen müssen, ist die Vorsorge ein Klacks.“