Waldbrände: Feuerwehren im Dauereinsatz
Der Mittwoch war für die freiwilligen Feuerwehren im Niederbarnim eine riesige Herausforderung. Im Laufe des Nachmittags wurden sie zu mehreren Waldbränden vor allem in die Großgemeinde Wandlitz gerufen.
Allein der Brand in Bogensee beschäftigte am Mittwochnachmittag 60 Feuerwehrleute. Auf immerhin 2,2 Hektar loderte der Wald. Entdeckt hatten das Feuer Mitarbeiter der Waldbrandzentrale sowie Badende in den Wandlitzer Seen. An Selbstentzündung wollten die beteiligte Feuerwehrleute nicht so richtig glauben. Vielmehr geht die Sorge um, ein Brandstifter könnte neuerdings in Wandlitz sein Unwesen treiben.
An derartigen Spekulationen will sich Wandlitz’ Vize–Wehrleiter Alexander Engel nicht beteiligen. Er beschreibt lediglich, wie beispielsweise die Lanker Wehr abgezogen werden musste, weil es plötzlich auch am Liepnitzsee brannte. „Ein großer Waldbrand am Liepnitzsee wäre der Supergau. Es ist überall staubtrocken, einzig drei Tage Dauerregen würden die Situation entschärfen“, schätzt Engels ein. Gelöscht wurde das Liepnitzsee–Feuer mit Hilfe der Wehren aus Klosterfelde, Wandlitz, Zerpenschleuse und Prenden. Kurzzeitig war neben den Lankern auch Hilfe aus Wensickendorf und Schmachtenhagen im Einsatz.
Ein weiteres Feuer in Klosterfelde — dort brannten an die zwei Hektar Waldfläche — sorgte für Daueranspannung bei den Feuerwehrleuten. Als sie diesen Brand unter Kontrolle hatten, wartete bereits Marienwerder auf Hilfe. Um 15.52 Uhr wurden die Feuerwehren aus Marienwerder, Ruhlsdorf und Zerpenschleuse von der Regionalleitstelle NordOst alarmiert, weil eine etwa vier Hekar große Waldfläche brannte. "Betroffen waren zum größten Teil Kiefern, aber auch ein Stück Laubwald“, sagt Roman Wieloch, Amtsbrandmeister von Biesenthal–Barnim. Schnell war klar, dass es mehr Helfer und vor allem Tanklöschfahrzeuge brauchte, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. So wurden die Wehren von Biesenthal, Finowfurt, Schönholz, Rüdnitz und schließlich auch aus Klosterfelde die Wandlitzer Wehren samt der beiden Einheiten aus dem Nachbarkreis Oberhavel angefordert. Später kamen Austauscheinheiten aus Tempelfelde und Melchow hinzu. Da war der Brand zwar unter Kontrolle — „Die Flammen schlängelten sich nicht mehr an den Bäumen entlang, sondern nur noch am Boden“, erzählt Roman Wieloch — doch der Einsatz zog sich noch bis gegen 2.30 Uhr hin. „Die Glutnester haben uns aufgehalten“, sagt er.
Am Donnerstagmorgen dann ein weiterer Einsatz. Für die Nachlöscharbeiten rückten wiederum die Wehren aus Zerpenschleuse, Marienwerder und Ruhlsdorf an, aber auch Feuerwehrleute aus Bernau. Flächendeckend wurde mit Schaum versetztes Wasser eingesetzt. „Damit gelangt das Wasser besser in den trockenen Boden, und die Glutnester unter der Oberfläche werden erreicht“, erklärt Roman Wieloch.
Auch der Amtsbrandmeister will nicht spekulieren, ob es sich bei den Feuern möglicherweise um Brandstiftung handeln könnte. „Bei diesen Temperaturen ist es durchaus möglich, dass sich das Feuer selbst entzündet. Da reicht schon eine Glasscherbe auf dem Waldboden“, weiß er.
Doch dass es zeitnah an mehreren Stellen entlang der B 109 brannte, „das ist schon sehr auffällig und muss geklärt werden“, findet er. Wie es heißt, haben betroffene Waldbesitzer Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Brandstiftung erstattet.


