Waldbrand
: Feuerwehren aus Wandlitz an der Grenze

Die Wandlitzer Gemeindewehrleiterin Anke Müller über die Probleme bei der Bekämpfung von Flammen im Wald. Es mangelt an Wasser, an Technik und wegen der Corona-Krise an Personal.
Von
Hans Still
Wandlitz
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  • Voller Einsatz: In Klosterfelde brannte am Osterwochenende ein Holzstapel ab. Gearbeitet wurde auch mit Löschschaum. Das zur Bekämpfung nötige Wasser musste aus einem Kilometer Entfernung geholt werden. Als Brandursache wird Brandstiftung vermutet.

    Voller Einsatz: In Klosterfelde brannte am Osterwochenende ein Holzstapel ab. Gearbeitet wurde auch mit Löschschaum. Das zur Bekämpfung nötige Wasser musste aus einem Kilometer Entfernung geholt werden. Als Brandursache wird Brandstiftung vermutet.

    Julian Stähle
  • Wehrleiterin: Anke Müller aus Wandlitz

    Wehrleiterin: Anke Müller aus Wandlitz

    Hans Still
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Frau Müller, mal brennt es bei Basdorf, dann in Klosterfelde, viele Wandlitzer erkennen längst eine Brandserie. Wie sehen Sie das?

Die Feuerwehr löscht die Brände, für die Ermittlung der Brandursachen sind die Experten der Polizei zuständig. Aber natürlich fällt uns auf, dass sich zum Beispiel die letzten Holzstapel in Klosterfelde so nicht von allein entzündet haben können. Dafür fehlen einfach die Temperaturen, wenngleich die Trockenheit insgesamt schon sehr hoch ist.

Nun gab es weitere Brände, beispielsweise in der Schorfheide, in Lobetal oder in Panketal. Sprechen die Wehrleiter eigentlich über ihre Gemeindegrenzen hinweg miteinander?

Wir treffen uns ja beispielsweise bei Einsätzen und tauschen uns natürlich aus. Die Eindrücke sind weitestgehend identisch: Die Zahl der Brände ist nicht normal. Sicher kann in Erntezeiten einmal ein Mähdrescher in Flammen aufgehen oder es kommt auf einem Feld zum Funkenflug. Und auch die glühende Kippe im Wald ist und bleibt gefährlich. Aber diese Risikofaktoren greifen momentan eher nicht, um die Zahl der Brände zu erklären. Die Polizei ist an den Fällen dran und ermittelt. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Wie schwer fällt es in Corona-Zeiten, die Brände effektiv zu bekämpfen?

Wegen der Corona-Krise verfügen wir derzeit nicht über die Schlagkraft, die wir sonst zur Verfügung hätten. Die Teams in den Ortswehren sind wegen Corona geteilt worden, weil jede Wehr arbeitsfähig bleiben soll. Zusätzlich haben wir insbesondere bei Waldbränden das Problem, dass uns das Wasser fehlt, um die Flammen zu löschen.

Und das macht natürlich zusätzliche Schwierigkeiten...

Tatsächlich ist das so. In Schönwalde hatten wir unlängst nur einen Hydranten zur Verfügung, aus dem wir Löschwasser ziehen konnten. In Klosterfelde pendelten wir über die Distanz von einem Kilometer mit Fahrzeugen, die jeweils zwei Kubikmeter Löschwasser fassen konnten. Das wurde dann aufwendig zur Brandstelle befördert.

Das klingt ein wenig nach Mittelalter?

Das klingt nach Zeitverzug und riesigem Aufwand. Eigentlich waren sieben Fahrer mit ihren Fahrzeugen mit dem Pendeln und Heranschaffen des Wassers befasst. Am Schlauch arbeiteten zwei bis drei Mann, um gegen die Flammen vorzugehen. Das reicht so nicht aus, zumal ja immer die Gefahr bestand, dass der Wind die Flammen vom Holzstapel in den Wald trägt, der bei dieser Trockenheit sofort in Flammen aufgegangen wäre.

Wie wäre es mit neuer Technik?

Wir haben für Lanke einen Tanker mit 5000 Litern Fassungsvermögen bestellt. Allerdings sieht der Vertrag eine Auslieferung innerhalb von drei Jahren vor. Also prüfen wir mittlerweile Übergangslösungen wie transportable Wasserbecken. Zwei Becken mit 15 Kubikmetern Fassungsvermögen sind bestellt, wir hoffen, sie kommen bald hier an. Und ich erinnere an die Verantwortung der Eigentümer von Wald, egal, ob in privater Hand oder im Landesbesitz. Eigentümer haben in der Vergangenheit die Förderungen zum Bohren von Brunnen für Löschwasser zu wenig genutzt. Es besteht also Nachholbedarf.