Wasserversrogung: Verbrauch steigt spürbar an

Mit gefärbten Wasser demonstriert Robin Dahlke (l.) am Tag der offenen Tür der Werneuchener Stadtwerke die Filterwirkung von Klärwerken. Zu den Aufgaben des kommunalen Unternehmens gehören auch die Grünpflege und der Winterdienst.
Wolfgang RakitinWenn es Feierabend wird, dann steigt im Barnim der Wasserverbrauch erheblich an. In den Wasserwerken wird dies darauf zurückgeführt, dass dann viele Gartenbesitzer auf Grund der anhaltenden Trockenheit ihre Sprenger anstellen. Akute Versorgungsengpässe werden noch nicht erwartet, doch Niederschläge sind dringend nötig.
„Erhöhte Tagesmengen werden gegenwärtig in unserem Bereich überall produziert“, sagt Daniel Nicodem, Verbandsvorsteher des Wasser- und Abwasserverbands „Panke/Finow“, der für die Versorgung von Bernau, Biesenthal, Melchow und Rüdnitz zuständig ist.
Tagesverbrauch steigt
Im wichtigsten Wasserwerk der Stadt Bernau, in Schönow, sei die geförderte Tagesmenge zuletzt deutlich über 4000 Kubikmeter; Karfreitag sogar auf 4700 Kubikmeter, gestiegen. An einem „normalen“ Apriltag wurden in der Vergangenheit durchschnittlich 3400 Kubikmeter bereitgestellt. „Wir sind zwar von den Hochsommerwerten des vergangenen Jahres weit entfernt“, fasst Nicodem das Ergebnis zusammen, nennt die Anforderungen für die Bereitstellung einer ausreichenden Trinkwassermenge allerdings „sehr anspruchsvoll.“ Im zurückliegenden Sommer wurde zu Spitzenzeiten das bis zu Dreifache der sonst üblichen Wassermenge gefördert. Die aktuelle Situation sei mit den Kapazitäten der Brunnen und Wasserwerke zu bewältigen, dennoch hoffe er auf Entspannung. Sein Tipp für Gartenbesitzer: Sie mögen darauf achten, dass die Eichfrist der Gartenwasserzähler noch nicht abgelaufen ist.
Die jetzige Trockenheit ist alarmierend, weil die Grundwassserneubildung schon im vergangenen Jahr aufgrund der Dürre und wegen des ausgebliebenen Schneefall gestört ist. Darum ging es auch in Gesprächen, die Robin Dahlke, Geschäftsführer der Stadtwerke Werneuchen, mit den Besuchern des Tags der offenen Tür zum 15-jährigen Bestehen des kommunalen Unternehmens führte. Um langfristig die Trinkwasser- und auch die Abwasserbeseitigung auf stabile Füße zu stellen, wurden zwei Konzepte in Auftrag gegeben. Sie sollen die Grundlage für künftige Investitionen wie zum Beispiel Reinwasserkammern als Reservespeicher sein.
Auch in Werneuchen gilt: Die Wasserversorgung ist gesichert, aber Grenzen sind auch hier absehbar. „Den höchsten Verbrauch“, berichtet Olaf Priebe, Technischer Trinkwasser-Bereichsleiter, "registrieren wir zwischen 16 und 21 Uhr, wenn die Gärten gesprengt werden.“ Derart starke Abnahmen habe es in einem April in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Seine Empfehlung lautet: Wer seinen Garten sprengen will, der sollte das möglichst nach 21 Uhr tun, damit sich die Wasserabnahme auf einen längeren Zeitraum verteilt.
Farbe im Spiel
Mit zahlreichen Experimenten, einem Quiz und vielen Infotafeln sollten die Besucher für das Thema Trinkwasser sensibilisiert werden. Die Reinigung des Abwassers wurde durch eingefärbtes Wasser, das Flaschen mit Kiessandfilter durchlief, dargestellt. Ein Besuch im Klärwerk, das Bereichsleiter Andreas Bugge vorstellte, gehörte dazu. Der Abwasserzulauf beträgt dort pro Tag bis zu 1300 Kubikmeter. Auch das Abwasser von Orten aus den Nachbarverbänden Strausberg-Erkner und Bad Freienwalde wird hier geklärt. Zwar waren Wasser und Abwasser ein wichtiges Thema beim Tag der offenen Tür – die Stadtwerke übernehmen für den Eigenbetrieb die Betriebsführung – das kommunale Unternehmen hat mit jetzt 22 Mitarbeitern aber auch andere umfangreiche Aufgaben in der Straßenpflege und im Grünbereich.
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Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX