Wetter im Barnim: Sturm, Starkregen, Hochwasser – so schützen sich Hausbesitzer

Durch die Klimakrise wird der Barnim immer häufiger von Stürmen und Starkregen heimgesucht. Experten von der Signal Iduna und der Feuersozietät Berlin Brandenburg wissen, wie man sich besser schützen kann. (Symbolbild)
dpa/Sven Hoppe- Wetterextreme wie Starkregen und Stürme nehmen im Barnim durch den Klimawandel zu.
- Nur 42 % der Gebäude in Brandenburg sind gegen Elementarschäden versichert.
- Einfache Maßnahmen wie Rückstauklappen oder wasserdichte Kellerfenster können Schäden verhindern.
- Versicherungen belohnen Schutzmaßnahmen mit Rabatten; Experten bieten Beratungen an.
- Hausbesitzer sollten früh handeln, da Schäden künftig häufiger und teurer werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Starkregen, Hochwasser und heftige Stürme sind längst keine Ausnahmeerscheinungen mehr – gerade im Barnim nehmen solche Wetterextreme spürbar zu. Versicherer schlagen Alarm, denn im Ernstfall stehen viele Eigentümer oft überraschend schutzlos da: In Brandenburg sind nur 42 Prozent der Gebäude gegen Elementarschäden abgesichert. „Das Bewusstsein für die realen Gefahren ist vielfach erschreckend gering, dabei verschärft der Klimawandel die Lage immer weiter“, warnt Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung eindringlich.
„Gerade in Regionen, wo historisch gesehen weniger Erfahrung mit extremen Wetterereignissen besteht, tun sich die Menschen schwer, Vorsorgemaßnahmen zu treffen“, ergänzt Schwarze. So auch im Barnim: „Viele Hausbesitzer ahnen nicht einmal, dass ihre Immobilie betroffen sein könnte.“
Wetterextreme im Barnim – Schutz muss nicht teuer sein
Elementarschäden bedeuten oft enorme Kosten: Ein vollgelaufener Keller, ein abgedecktes Dach oder umgestürzte Bäume verursachen schnell Rechnungen im vier- bis fünfstelligen Bereich. In Brandenburg lagen die durchschnittlichen Reparaturkosten zuletzt bei rund 5.700 Euro pro Schadenfall, meldet die Versicherungsgruppe Signal Iduna. „Dabei könnten viele Schäden durch einfache Maßnahmen verhindert werden“, erklärt Pressesprecherin Ann-Kathrin Löchtefeld.
Schon die regelmäßige Wartung einer Rückstauklappe schützt zuverlässig davor, dass Wasser in Keller oder Gebäude eindringt. „Die Praxis zeigt deutlich: Wer grundlegende Schutzmaßnahmen ernst nimmt, vermeidet einen Großteil der Schäden“, bestätigt Ibrahim Ghubbar von der Feuersozietät Berlin-Brandenburg.
Kreative Lösungen und praktische Tipps aus dem Barnim
„Lichtschächte sind bei Starkregen ein besonders häufiger Schwachpunkt“, berichtet Löchtefeld. „Schon kleine Anpassungen, wie erhöhte Lichtschacht-Aufsätze oder Kunststoffabdeckungen, halten das Wasser draußen.“ Ein Hausbesitzer im Barnim entschied sich für eine radikale Lösung: „Da es bei ihm baulich nicht möglich war, eine funktionierende Rückstausicherung einzubauen, entschloss er sich kurzerhand, seinen Kellerablauf zuzubetonieren“, erzählt sie. Seit dieser Maßnahme wurden keine weiteren Schäden gemeldet.
In einem anderen Fall zeigte ein Hausbesitzer Kreativität im Ernstfall: „Er zersägte kurzerhand seinen Gartentisch und nutzte die Tischplatte als improvisiertes Fluttor, um seine Haustür abzudichten“, erzählt die Pressesprecherin. Damit verhinderte er erfolgreich, dass Hochwasser in sein Erdgeschoss eindringen konnte.
Wer präventiv handelt, spart nicht nur im Schadensfall – Versicherungen honorieren Schutzmaßnahmen finanziell. „Wasserdichte Kellerfenster mit Druckverschluss, ummauerte Kellerlichtschächte und nachweislich gewartete Rückstauklappen können zu individuell vereinbarten Nachlässen führen“, erklärt Ann-Kathrin Löchtefeld.
Ibrahim Ghubbar ergänzt: „Auch Heizung und Elektroinstallationen sollten möglichst nicht im Keller verbaut und das Untergeschoss gefliest sein, um Folgeschäden zu minimieren.“ Viele Versicherer bieten zudem individuelle Beratungen an, bei denen Experten vor Ort Schwachstellen identifizieren und konkrete Empfehlungen für Vorsorgemaßnahmen geben.
Experten im Barnim: Unterschätzte Risiken mit teuren Folgen
Besonders kostspielig sind Überschwemmungen durch Starkregen oder ausufernde Gewässer. „Wenn Ölrückstände ins Mauerwerk gelangen, sind aufwendige Folgereparaturen wie das Entfernen des Putzes nötig“, warnt Ghubbar. Auch die Dauer und Intensität der Überflutung beeinflussen erheblich die Höhe der Schäden.
Sturm- und Hagelschäden betreffen häufig Dächer: „Das Schadensbild reicht von einzelnen abgedeckten Ziegeln bis hin zu komplett abgedeckten Dächern“, berichtet der Pressesprecher. Viele Hausbesitzer würden ihr persönliches Risiko jedoch weiterhin unterschätzen: „Viele Gebäudeeigentümer glauben noch immer, sie seien vom Überschwemmungsrisiko nicht betroffen – obwohl es heute nahezu überall passieren kann.“
Für Keller und Souterrain empfiehlt Ghubbar hochwassersichere Fenster und Türen, die zusätzlich mit Dammbalken oder Schottsystemen gesichert werden können. Neubauten sollten direkt an die Gefährdungslage angepasst werden, etwa durch erhöhte Eingangsbereiche oder zusätzliche Versickerungsmöglichkeiten auf dem Grundstück.
Wer sich optimal schützen möchte, sollte sein individuelles Risiko kennen. Kostenlose Online-Tools wie der Hochwassercheck ermöglichen eine schnelle und genaue Einschätzung der Gefahrenlage. „Nur wer weiß, wie groß sein Risiko ist, kann effektiv vorsorgen“, erklärt die Feuersozietät.
Doch die Versicherungsquote ist dabei trügerisch, weiß Reimund Schwarze: „Gerade in stark gefährdeten Gebieten sind oft erschreckend wenige Gebäude versichert. Im Ernstfall stehen die Bewohner dann vor einem existenziellen Problem.“
Hausbesitzer im Barnim sollten früh handeln
„Die Schäden durch Extremwetter werden künftig häufiger und teurer. Der Gesamteindruck bestätigt, dass schon bis Mitte des Jahrhunderts erhebliche versicherte und unversicherte Schäden aus Extremereignissen auf uns zukommen“, warnt Schwarze eindringlich.
„Je länger Hausbesitzer warten, desto schwieriger und kostspieliger wird es, später noch effektiv nachzurüsten“, fügt Ghubbar von der Feuersozietät hinzu. Schwarze rät zudem zur Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg: „Hochwasser- oder Starkregenrisiken machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Wir sehen deutlich: Wenn Kommunen kooperieren, steigt die Effektivität der Vorsorge deutlich.“
Ghubbars klarer Appell an die Hausbesitzer im Barnim: „Wer heute handelt, kann zukünftige Schäden vermeiden – und spart langfristig nicht nur Geld, sondern auch viel Ärger.“




