30 Jahre Mauerfall
: Mit Gitarre und Liedern von Gundermann

50 Frauen und Männer steuern die Stadtkirche St. Marien an. Vor ihnen ist der Musiker Burghard Schurich eingetroffen. Im Gepäck hat er neben seiner Gitarre Lieder von Gerhard Gundermann.
Von
Bärbel Kraemer
Bad Belzig
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Mit Gundermann-Liedern begeisterte Musiker Burghard Schurich die rund 50 Zuhörer.

B. Kraemer

Kantor Winfried Kuntz heißt Punkt 19.30 Uhr den Musiker und die Gäste in der Kirche Willkommen. Er kündigt einen Liederabend an, der Teil einer Veranstaltungsreihe aus Anlass des sich am 9. November zum 30. Mal jährenden Mauerfalls ist.

Nach dem vor gut zwei Wochen die frühere DDR Top–Leichtathletin Ines Geipel bereits aus ihrem Buch „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ gelesen und vor einer Woche der Kinofilm „Gundermann“ in der Marienkirche gezeigt wurde, sollen jetzt seine Lieder erklingen.

Es sind die für Gundermann typischen lebensnahen Texte, die sie so besonders machen. Besonders entwickelt sich dann auch das fast zweistündige Konzert, in dem Burghard Schurich zugleich zum Erzähler wird — der aus Gundermanns und aus seinem Leben erzählt. Das Konzert lebt damit nicht nur von der Musik.

„Ich habe Gundi leider nie live in einem Konzert erlebt“, sagt der Musiker und Gitarrist. Erst Mitte der 1990er Jahre hatte er dessen Musik für sich entdeckt. 1998, mit 43 Jahren, starb  Gerhard Gundermann. Wer den Kinofilm über sein Leben gesehen hat — will der Havelländer wissen. Im Publikum gehen daraufhin viele Hände in die Höhe. Die Geschichte des Baggerfahrers Gundermann im Braunkohletagebau haben viele gesehen. Einige erst wenige Tage zuvor in der Kirche. Genau so bekannt sind, wie sich im Verlauf des Abends herausstellt, seine Lieder. Immer wieder wird im Publikum, wenn auch leise, in die Liedzeilen eingestimmt. Lauter wird das Publikum, als Schurich zum mitschnipsen und klopfen ermuntert. Dann erzählt der Musiker und Gitarrist, dass er sich in vielen von Gundermanns Liedern selbst wieder gefunden hat. Wie in dem Lied „Vater“, dass er wenig später interpretiert. Gundermann arbeitete darin die Beziehung zu seinem Vater auf — die Eltern hatten sich getrennt. Eine weitere Parallele zur Kindheit von Schurich, weshalb er sein Programm unter den Titel „Vaters Kuchen“ stellte.

Immer wieder erzählte er während des Abends auch aus Gundermanns musikalischer Karriere. Ab 1988 textete er für die Band „Silly“ und sang auf der knapp fünf Jahre später erschienen LP „Der 7. Samurei“ ein Duett mit Tamara Danz. Heute, 20 Jahre nach seinem Tod, hat seine Musik Fans in Ost und West.

Veranstaltungsinformation

3. November, 15.00 Uhr, Eröffnung einer audiovisuellen Installation in der Kirche (bis 8. November)

9. November, 18.00 Uhr, Aufführung der „Missa solemnis“; 20.00 Uhr Auftritt einer Projektband

10. November, 10.00 Uhr, Gottesdienst mit der Generalsuperintendentin Heilgard Asmus

21. November, 18.30 Uhr, Schülerprojekt „Radio Courage“ Abschlusspräsentation und Erzählcafé