„Tiny Houses“ am Bad Belziger Kurpark: Statt Hotel fünf Mini-Ferienhäuser

Die Hotelbaupläne von 2017 wurden wieder aus der Schublade hervor geholt und umgestrickt.
B. KraemerZuvor war dieses Vorhaben bereits einmal in greifbare Nähe gerückt. Doch der Hotelbau platzte mit der Pleite des Projektentwicklers Norbert-Jörg Wolff. Seitdem herrscht, was das Hotel an der SteinTherme betrifft, Schweigen.
Jetzt sollen Mini-Ferienhäuser gebaut werden - fünf an der Zahl. Christian Kirchners Nachfolgerin Ina Fink und Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) hatten bereits im September für das Vorhaben geworben. Doch die gewählten Parlamentarier im Wirtschaftsausschuss äußerten Skepsis, wünschten mehr Informationen und vertagten ihre Entscheidung auf die nächste Sitzung des Gremiums.
Diese fand zwischenzeitlich statt. Neben Ina Fink stand Philipp Mandlier von der Healthy Houses GmbH mit Sitz in Potsdam den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort und präsentierte die Vision von den fünf Pavillons, mit denen die Weiterentwicklung Bad Belzigs zum Gesundheitsstandort vorangetrieben werden könnte.
Das Pilotprojekt sieht fünf Häuser, so genannte „Tiny Houses“ mit einer Wohnfläche von bis zu 50 Quadratmetern für zwei bis vier Personen vor. Sie sollen auf einem 2.200 Quadratmeter großen Areal am Ende der Albert-Baur-Straße in Nachbarschaft zum Kurpark entstehen.Wer sich einmietet, soll nicht nur von der gesundheitsfördernden Infrastruktur der SteinTherme profitieren, sondern auch von hochmoderner digitaler Infrastruktur. Gesundheitsdaten sollen digital erfasst, der Badearzt konsultiert werden können ohne vor ihm sitzen zu müssen und Termine für Behandlungen natürlich online erledigt werden. Damit nicht genug. Ernährungs- und Kochworkshops, Yoga, Wildnis-, Erlebnispädagogische und diverse Outdoorangebote sollen das Mini-Dorf als „innovative Übernachtungsmöglichkeit“ in unmittelbarer Thermenähe und mitten in der Natur für Gesundheitstouristen interessant machen. Fördertöpfe für das visionäre Projekt stehen nach Aussage von Mandlier in Aussicht.
Thermechefin Ina Fink sieht viele Synergiemöglichkeiten und Potenziale. So stelle das Mini-Dorf ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich des Gesundheitstourismus dar und könnte der Imagesteigerung des Kurorts gut tun. In dieser Folge sieht Fink bereits einer Steigerung der Gästeankünfte und der Übernachtungszahlen in der Stadt entgegen und erwartet eine noch stärkere Auslastung der Angebote der SteinTherme. Als externe Partner sollen zum Beispiel Wanderleiter, Yogatrainer und Ernährungsberater aus der Region vom Mini-Urlaubsdorf profitieren, wobei das Natur erleben im Vordergrund stehen soll.
Geäußerte Bedenken seitens einiger Abgeordneter, dass das Konzept womöglich wirtschaftlich nicht tragbar sein könnte, verneinte Philipp Mandlier und betonte, dass das Angebot nicht die breite Masse ansprechen soll. Die Zielgruppe seien gutbetuchte Menschen, die überreizt sind und in der unberührten Natur zur Ruhe kommen wollen.
Bürgermeister Roland Leisegang warb für das Projekt, dass die Abgeordneten in der kommenden Zeit noch des öfteren beschäftigen wird. Er sagte: „Wir sollten es unterstützen. Ich sehe es als Chance für den Standort und eventuell als Anreiz für Leute, die endlich das Hotel bauen wollen.“