Achtung, Spannung!
: Das Umspannwerk Falkensee-Süd ist in Betrieb

Power fürs Osthavelland: Vergangenen Mittwoch hieß es „Strom Marsch“ für das neue Umspannwerk Falkensee-Süd.
Von
Silvia Passow
Falkensee
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  • Dr. Alexander Montebaur (li.) und Minister Axel Vogel hatten sichtlich Spaß beim Knopf drücken. Lichtblitze, Knallen und Funkenflug blieben, der Zuschauer dankt, aus.

    Dr. Alexander Montebaur (li.) und Minister Axel Vogel hatten sichtlich Spaß beim Knopf drücken. Lichtblitze, Knallen und Funkenflug blieben, der Zuschauer dankt, aus.

    Passow
  • Power fürs Osthavelland kommt aus dem neuen Umspannwerk am Rohrbecker Damm.

    Power fürs Osthavelland kommt aus dem neuen Umspannwerk am Rohrbecker Damm.

    S. Passow
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Viel Power fürs Osthavelland: Mit einem symbolischen Druck auf den berühmten roten Knopf, hieß es vergangenen Mittwoch „Strom Marsch“ für das neue Umspannwerk Falkensee-Süd. Brandenburgs Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen) und der e.dis Vorstandsvorsitzende Alexander Montebaur übernahmen diese Aufgabe gemeinsam.

5,5 Millionen Euro hat e.dis in die Anlage am Rohrbecker Damm investiert. Damit soll die Versorgung der Haushalte in der Region Falkensee, Dallgow-Döberitz, Brieselang und Wustermark mit erneuerbaren Energien spürbar erhöht werden.

Im Frühjahr 2019 wurde mit dem Bau begonnen, zwei Transformatoren mit jeweils 40 Megawatt Leistung stehen nun hier, eine Erweiterung um einen weiteren Transformator, wäre möglich. Die Mittelspannungs-Schaltanlage besteht aus zwei Blöcken mit insgesamt 18 Schaltfeldern.

In seiner Rede zur Inbetriebnahme erwähnte Montebaur die gerade erst fertiggestellte Schule in Dallgow-Döberitz. Mehr als 700 Kinder werden hier fortan fürs Leben lernen. Der Bedarf an Schulen und Kitas ist in den Gemeinden des Osthavellandes ungebrochen hoch. „Mehr Menschen, bedeutet, es wird mehr Energie nötig“, sagt Montebaur. Und fügt hinzu: „Diese Energie ist Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region.“ Montebaur weist darauf hin, dass e.dis deutschlandweit zu den Vorreitern bei Aufnahme und Weiterleitung von „grünen Strom“ ins Netz gehört. „Bereits 2019 hatten wir einen Grünstromanteil von 126 Prozent, Das bedeutet, dass wir im vergangenen Jahr in unserem Netzgebiet bereits 1,26 mal soviel Grünstrom von Einspeisern aufgenommen haben, wie hier im gesamten Jahr Strom verbraucht wird. Dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr fort, im ersten Halbjahr lag der Anteil bereits bei 150 Prozent“, sagt Montebaur.

Für Minister Vogel ist es nach eigenem Bekunden die erste Inbetriebnahme eines Umspannwerkes. Er lobte das Unternehmen e.dis als modernen und gut aufgestellten Netzbetreiber: „e.dis ist ein wichtiges Element in der Energiewende.“ Und er betonte die Wichtigkeit der Erneuerbaren Energien und deren Ausbau.

Wenn es nun leise auf dem Gelände summt, dann kann man den Strom sogar hören. Oder die Bienen, die gibt es hier nämlich auch. Harald Scheel von der Technischen Universität Berlin ist Freizeit-Imker. Er darf seine Bienenstöcke zukünftig auf dem Gelände des Umspannwerkes aufstellen. Nicht, weil mit Strom stimulierte Bienen noch fleißiger Honig sammeln, sondern weil sie dort sicher stehen. Vor Dieben zum Beispiel. Laut Montebaur soll der Diebstahl von Bienenvölkern gerade hoch im Kurs stehen. Die hohen Zäune mit den Warnschildern und dem Summen der Generatoren könnten potenzielle Bienendiebe abschrecken, hofft Montebaur. Den ersten Honig konnten die Gäste bei der Einweihung bereits kosten. Er soll, so heißt es, voller Energie stecken.