Für die etwa 250 Schornsteinfegerbetriebe ist das natürlich viel zu wenig", bedauerte Bezirksschornsteinfeger Steffen Bonow. Deshalb versuchte er sein Glück bei der Suche nach Auszubildenden beim Berufemarkt Westbrandenburg im Technologie- und Gründerzentrum und im Überbetrieblichen Ausbildungszentrums. "Welche Ausbildungsberufe gibt es? Welche Unternehmen bieten die an? Oder doch lieber ein Studium? Vielleicht sogar ein duales…" Viele Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich dieses Jahr wieder mit solchen Fragen. Und die sind gar nicht so einfach zu beantworten. Seit einigen Jahren arbeiten die Städte Brandenburg an der Havel, Rathenow und Premnitz eng als "Wirtschaftsregion Westbrandenburg" zusammen und haben diese Aktion ins Leben gerufen.
"Diese Messe ist zu einem Erfolgsmodell geworden, das den Jugendlichen, Betrieben und Institutionen sehr weiterhilft", betonte Oberbürgermeister Steffen Scheller in seiner kurzen Eröffnungsrede. 125 Aussteller präsentierten mehr als 250 Berufe vom Altenpfleger bis zum Zollbeamten sowie diverse Studienangebote. "Im Gespräch über Karrieremöglichkeiten gehe es meist um Studiengänge und nicht mehr um die betriebliche Ausbildung. So bekommen Eltern und Schüler den Eindruck, dass beruflicher Erfolg nur noch über die akademische Schiene möglich sei", war der allgemeine Tenor bei den Vertretern der Handwerksberufe. Dennoch waren die Informationsstände immer dicht umlagert, der Andrang sehr groß.
21. Berufemarkt Westbrandenburg

Bildergalerie 21. Berufemarkt Westbrandenburg

"Wir würden sofort geeignete Bewerber einstellen. Im Pflegebereich ist es kaum möglich, alle offene Ausbildungsplätze zu besetzen", sagte Franziska Hellwig, die Ausbildungskoordinatorin vom Senioren-und Pflegezentrum Brandenburg, während sie auf die nächsten Interessenten wartete. Kaum Leerlauf gab es am Informationsstand der Polizei Brandenburg. "Wir wollen Stellen im mittleren und gehobenen Dienst neu besetzen. So könne man nach der Grundausbildung im Zuge einer Polizeilaufbahn unter anderem zur Fliegerstaffel, der Wasserschutzpolizei oder zu Spezialeinheiten gehen", erklärte Einstellungsberaterin Simone Riemann.
An vielen Ständen waren immer Auszubildende anzutreffen, die die Informationen zur Ausbildung aus erster Hand gaben. So konnte man schon einmal üben, wie ein Gespräch mit einem Ausbildungsunternehmen läuft, um dann für die Vorstellungsgespräche gut gewappnet zu sein. Neben den klassischen Firmenständen gab es verschiedene Aktionen. Für alle, die schon genauere Vorstellungen von ihrem Traumjob haben, bekamen Profi-Tipps, wie die Bewerbungsmappe gestaltet werden muss um beim potenziellen Chef einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Einen leckeren Smoothie gab es umsonst bei der Jedermann-Gruppe. Der Haken an der Sache, der Mixer war auf einem Smoothie-Bike installiert. Bevor man das gesunde Getränk genießen konnte, galt es erst mal kräftig in die Pedale zu treten. Das Fazit: Nahezu jeder Besucher des Berufemarktes konnte sich mit einem konkreten Termin für ein Einstellungsgespräch oder mit zusätzlichen Ausbildungsvorschlägen in der Tasche auf den Nachhauseweg machen. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz mit anschließender Jobgarantie sind besser denn je.