Baum des Jahres
: Robinie am Brandenburger Gördensee gepflanzt

Den Baum des Jahres zu pflanzen, ist im Brandenburger Forstwesen Tradition. In diesem Jahr wurde eine Robinie am Gördensee gepflanzt.
Von
BRAWO
Brandenburg an der Havel
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Stephan Senk, städtischer Forstwirst, hat den Baum des Jahres, die Robinie, am Gördensee gepflanzt. Eine Tradition, die im vergangenen Jahr wieder auflebte.

Stadt Brandenburg an der Havel

Der Baum stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist seit nunmehr über 300 Jahren im Berlin–Brandenburger Raum beheimatet. Zuerst als seltenes Ziergehölz in Garten und Parkanlagen gepflanzt, fand die Robinie alsbald auch ihren Weg in die Brandenburger Wälder, in denen sie auf 0,5 Prozent der Waldfläche, in etwa 10.000 Hektar steht.

„Sie ist eine raschwüchsige, lichtbedürftige Baumart mit relativ kurzer Lebensdauer. Selten wird sie älter als 200 Jahre“, weiß Thomas Meier, Teamleiter Forstwesen der Stadt Brandenburg an der Havel.

Eine der ältesten Robinien Deutschlands steht bei Schloss Strehla in Sachsen. Sie soll über 300 Jahre alt sein. „Zudem besitzt die Baumart die Fähigkeit, sich stark über Wurzelbrut und Stockausschlag zu verbreiten. Sie ist in der Lage Luftstickstoff aufzunehmen und im Boden anzureichern. Damit kann sie zur Gefahr für seltene Arten wie Mager– und Trockenrasen werden. Breitet sich die Robinie auf diesen Standorten aus und reichert den Boden mit Stickstoff an, verschwinden die seltenen Spezialisten. In solchen Biotopen wird die Robinie oft vehement bekämpft“ so Meier weiter.

Bei Imkern sind Robinien sehr beliebt, weil sie eine sehr wichtige Tracht für den bekannten und begehrten „Akazien–Honig“ sind. Die auffallend leuchtend weißen, schmetterlingsartig geformten Blüten verbreiten einen angenehmen, für Bienen anlockenden, Duft. Das Holz der Robinie ist zäh, fest, hart und außergewöhnlich dauerhaft. Es eignet sich als eines der wenigen Hölzer nicht tropischer Herkunft für die Anwendung im Außenbereich (Pfähle, Pfosten, Terrassen). Gern verwendet bei Spielplatzbauern wird für das Stammholz oft ein hoher Preis erzielt. Darüber hinaus ist das Robinienholz wegen seines sehr hohen Brennwerts auch bei den Brennholzkäufern der Stadt Brandenburg an der Havel sehr beliebt. Robinien gelten als äußerst hitze– und trockenstresstolerant. Sie besitzen eine große Toleranz gegen einen hohen Salzgehalt im Boden und gegen Salzwassergischt. Außerdem erweist sich die Art als widerstandsfähig gegenüber Luftschadstoffen. Mit diesen Eigenschaften wird die Robinie als sehr geeignet für die Verwendung im urbanen Bereich und als straßenbegleitender Baum eingestuft. Mit Blick auf die fortschreitende Klimaerwärmung könnte die Robinie sowohl als Stadtbaum als auch als Nutzholz künftig eine wichtige Rolle spielen.