Befreiendes Tanzen
: Mit fünf Rhythmen durchs Leben

Zu fünf Rhythmen, die für die Themen des Lebens stehen, kann bei Ullaa Dieker befreiend getanzt werden.
Von
Silvia Passow
Schönwalde-Glien
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Befreiendes Tanzen mit Ullaa Dieker: Es geht nicht darum beim Tanz gut auszusehen, sondern sich frei zu fühlen. Schön sieht es dennoch aus.

Silvia Passow

Bis eben noch haben die sechs Teilnehmer getanzt, nun liegen sie oder sitzen auf dem Boden, folgen mit ihren Körpern den sanften Tönen, lassen sich treiben, leicht, innig, in sich gekehrt. Sie genießen die Stille, die letzte Phase des Tanzes, bevor sie Ullaa Dieker noch einmal durch die fünf Rhythmen des befreienden Tanzens führt.

Befreiendes Tanzen hat nichts mit einem erlernten Tanzstil zu tun. Es geht nicht darum, elegant über ein Parkett zu gleiten und dabei möglichst die Füße des Partners zu schonen. Befreiendes Tanzen heißt jeder für sich. Jeder mit seiner Energie, seinem Gefühl, dass er oder sie mit der Musik verbindet. Die Melodie soll den ganzen Körper erfassen, die Bewegung wird von der Musik getragen, Gefühle werden tanzend zum Ausdruck gebracht. Freude, Ärger, Kraft, Hilflosigkeit, Liebe, Wut — was gerade bewegt, bewegt den Körper, tanzend, leicht, befreiend. Wie die Musik verändern sich auch die Gefühle, vom schwebenden Gleiten, geht es in feste, raumfassende Schritte und weiter zu einem seichten wiegen im Takt.

Die Musik, die Rhythmen, sie stehen für fünf Themen, erläutert Heilpraktikerin Ullaa Dieker aus Falkensee. Dieker bietet die Kurse für das „befreiende Tanzen, inspiriert nach den fünf Rhythmen“, an. Am Anfang steht das Flowing. Ein weicher Rhythmus, ohne Anfang und Ende. Er steht für die Kreativität, fließend verlagert sich die Aufmerksamkeit, bald hier hin, bald dort hin, wie der Flug eines Schmetterlings. Im Flowing entstehen Ideen, im darauffolgendem Staccato, wird aus der Idee ein Plan. Der Rhythmus wird klarer, entschiedener, steht für ein ja oder nein, Zuspruch oder Ablehnung.

Auf das Staccato folgt das Chaos. Der Plan wird in die Tat umgesetzt und wie das so mit Plänen ist, hier tauchen die Unwägbarkeiten auf. Das Chaos aushalten, loslassen, sich auf etwas Neues einlassen, mit viel Beat wird diese Phase unterlegt. Das Lyrical soll die Freude wiedergeben, etwas geschafft zu haben. Das selbst Erreichte soll hier gefeiert werden. In der abschließenden Stille, Stillness, darf die innere Ruhe empfunden werden. Ruhen, die Stille zulassen, aus der neue Ideen entstehen.

Die fünf Rhythmen stehen für die Themen des Lebens, sagt Dieker. „Die meisten Menschen finden sich in zwei bis drei der Rhythmen gut zurecht. Die anderen liegen ihnen zunächst nicht. Im befreienden Tanzen lässt sich das erlernen und auf das tägliche Leben übertragen“, erklärt Dieker. In allen Rhythmen zu Hause sein, bedeute, auch im Leben gestärkt durch die unterschiedlichen Situationen gehen zu können.

Nach eineinhalb Stunden sind die sechs Teilnehmer erschöpft und zufrieden, wie sie einstimmig versichern. „Der Stress der Woche ist regelrecht weggetanzt“, sagt eine Teilnehmerin. „Ich fühle mich entspannt und gelockert“, sagt der einzige männliche Tänzer in der Runde.

Befreiend getanzt werden kann als Einstieg ins Wochenende freitags und nach Vereinbarung auch samstags. Näheres zu den Terminen, Kosten und weitere Informationen auf www.ullaadieker.de. Die nächsten Termine sind beispielsweise am 25. Oktober, 1., 15. und 29. November sowie am 13. Dezember. Getanzt wird in den Räumen von Andrea Hermann, Bewegungs– und Balancezeit Schönwalde–Glien, in der Eichenallee 1.