BISF
: Den Charakter Falkensees erhalten

Die Bürgerinitiative Schönes Falkensee feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen - längst sind ihre Themen nicht mehr nur die Nordumfahrung.
Von
Sandra Euent
Falkensee
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BISF-Vorsitzender Günter Chodzinski (li.) blickte auf dem Neujahrsempfang vor und zurück.

Uwe Kaufmann

Der Vorsitzende Günter Chodzinski blickte in seiner Ansprache zurück: „Das Motto hieß damals „Mit 100 um den See ?!“ Wer erinnert sich noch an die erste Informationsveranstaltung zur Nordumfahrung am 29. Juni 1999? Damals kamen 600 Interessierte. Einen Monat später, am 29. Juli, fand die Gründungsversammlung der BISF e.V. statt.“ Die Bürgerinitiative plant 2019 eine Festveranstaltung zum 20-jährigen Jubiläum.

Längst haben sich die Themenfelder der BI weit über die Nordumfahrung hinaus ausgedehnt. Dem Verein liegen der Erhalt des Stadtgrüns und des FFH-Gebietes Falkenseer Kuhlake sowie sichere Rad- und Gehwege am Herzen. Sie setzt sich für verbesserte Verkehrswege und einen Ausbau des ÖPNV ein.

Ein Schwerpunkt der Aktivitäten im Rahmen der Arbeitsgruppe Naturschutz und Landschaftspflege im Regionalpark Osthavelland-Spandau wird das Thema Beweidung im Naturschutz sein. Chodzinski berichtete, dass weidende Tiere auch in der Falkenseer Kuhlake zum Einsatz kommen könnten. Der Managementplan zum Naturschutzgebiet Falkenseer Kuhlake soll Anfang 2019 abgeschlossen werden. Erste Maßnahmen zum Kreuzotterschutz sind bereits umgesetzt – wie man an einigen gemähten Flächen sehen kann. Weitere geschützte Flächen könnten beweidet werden, auf „Muster- oder Erprobungsflächen“ sollen wirksame Pflegemaßnahmen anlaufen.

Mit ihrer Alternativplanung zum Ausbau der Spandauer Straße hat sich die BISF auch im Land Gehör verschafft: Der federführende Landesbetrieb für Straßenwesen hat dem Vernehmen nach neben der Radikalvariante einer Komplettfällung der Allee nun auch eine zweite Option mit einem umfangreicheren Erhalt der Alleebäume ausgearbeitet, die am Dienstag öffentlich vorgestellt wurde. Das Bürgerbündnis „100 Linden“, in dem die BISF Mitglied ist, setzt auf einen alternativen baumerhaltenden und wurzelschonenden Straßenausbau. Chodzinski: „Wir haben Baumsachverständige zur Auswertung der Wurzelschutzgutachten beauftragt sowie einen Straßenplaner, der sich auf ökologische Planverfahren versteht.“ Ein Alleeerhalt erscheint demnach machbar. Das Bürgerbündnis sieht die Allee als stadtbildprägend am Ortseingang nach Falkensee und erhaltenswert an. Im Übrigen wurde der Ausbau vom Land mittlerweile von 2019 auf 2020 verschoben.

Chodzinski machte schließlich „etwas sehr Erfreuliches“ im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) für Falkensee aus und zitierte: „Falkensee schützt seinen reichen Wald- und Baumbestand“. Sein Kommentar: „Da steht es nun konkret. Denn es fällt auf, dass die wachsende Stadt mit ihren Bautätigkeiten seit Jahren Wald- und Baumbestände unwiederbringlich verliert. Da gilt es Ersatz zu schaffen – neue Flächen mit aufwachsenden Bäumen, die wir den künftigen Generationen hinterlassen.“ Und er schlug den Bogen zum Tätigkeitsfeld der BISF: „Mehr und mehr wird klar, dass es bei dem beschleunigten Wachstum in den letzten Jahren, bei all den Projekten und Investitionen in die Zukunft gleichzeitig mehr und mehr um den Erhalt des Charakters von Falkensee geht, eines schönen Falkensees. Auch dabei ist die BISF gefordert und dafür soll die BISF auch zukünftig stehen.“