Der großzügige Komplex macht es möglich, dass die Schule heute die größte Grundschule der Stadt ist. Rund 500 Schüler streben hier nach Wissen und wissen allesamt, wer Wilhelm Busch (1832-1908) war. Seinen Namen trägt die Schule seit 1994, ehrt somit den Comic-Pionier, der die Bildergeschichten von "Max und Moritz", "Die fromme Helene" und "Hans Huckebein, der Unglücksrabe" schuf. Er wusste Volkshumor zu kreieren, mit Satire und Gesellschaftskritik zu würzen. Ganz so vielschichtig müssen es die Schüler der Wilhelm-Busch-Schule noch nicht treiben, werden aber ganz in seinem Sinne auch mit der Kunst und deutschen Sprache vertraut gemacht. Dabei gilt alljährlich ein abgewandeltes Busch-Zitat: "Märchen lesen ist nicht schwer, Märchen schreiben dagegen sehr." Doch weil im Deutschunterricht ausgiebig das Märchenthema behandelt wird und seit 2005 in der Stadt ein großer Märchenwettbewerb existiert, werden immer mehr Schüler zu Schriftstellern – zu Märchenautoren.
So auch bei Deutschlehrerin Josephine Kraatz. Vor Weihnachten seien Märchen in allen Klassen ein Thema und hätten sodann in der Projektwoche vor den Ferien zum Schreiben eigener Märchen geführt. Inga schuf beispielsweise "Die Legende der Herzaugen" und Jannis "Die grausame Schule", womit nicht seine Schule gemeint sei, betont er. Josephine Kraatz weiß, es sind viele tolle Märchen dabei und sie hofft, "dass sich so viele Schüler wie möglich am Wettbewerb beteiligen, es steht jedem frei."
Ihr Wunsch deckt sich mit dem von Fouqué-Bibliothek und BRAWO, die mit ihrem "Undine" genannten "Wettbewerb für neue Märchen" so viele 7- bis 25-Jährige wie möglich fürs Schreiben neuer Märchen begeistern wollen. Egal ob in der Klasse, im Freundeskreis oder allein daheim. Das kann sich für die Teilnehmer lohnen, denn in den vier Altersklassen 7-9, 10-12, 13-16 und 17-25 Jahre sind insgesamt 14 Preise zu vergeben – jeweils dotiert mit 150 Euro. Zum Hauptpreis je Altersklasse gehört eine vom Künstler Jan Beumelburg geschaffene Undine-Statuette. Die Preisvergabe erfolgt im Rahmen der Märchen-Matinee im Großen Haus des Brandenburger Theaters am 22. März 2020.
Doch vorerst gilt es neue Märchen zu erfinden, aufzuschreiben und beim Undine-Märchenwettbewerb mitzumachen. 271 Beiträge aus dem Vorjahr gilt es zu toppen oder sogar das Rekordjahr 2015 mit 351 neuen Märchen. Die Jury ist gespannt.
Einsendeschluss ist der Geburtstag von "Undine"-Schöpfer Friedrich de la Motte Fouqué, also der 12. Februar.  Annahmestellen sind in Fouqués Heimatstadt die Fouqué-Bibliothek, Altstädtischer Markt 10, und die BRAWO-Geschäftsstelle am Neustädtischen Markt  22a. (tms)

www.brawo.de