Brandenburg einst und jetzt: Woher die Gasse"Kommunikation“ in der Altstadt ihren Namen hat
Ebenso, was es mit der „Kommunikation“ auf sich hat. So heißt die Gasse, in der sich ein Teil des Weges erhalten hat, der stets an der Stadtmauer entlang führte und für die Verbindung von Stadttor zu Stadttor sorgte — abgeleitet vom Lateinischen: communico = verbinden. Die Kommunikationsgasse verband in der Altstadt das Neue Tor an der „Langen Brücke“ mit dem Wassertor (Namensgeber für die Altstädtische Wassertorstraße). Hier hatte sich in dem seit etwa 1780 bestehenden „Wassertorpalais“ Brandenburgs namhafte Gerberfamilie Spitta angesiedelt, deren Leder– und Leimfabrik von der Graben– und Venedigstraße zur Altstädtischen Wassertorstraße 6 (Adressbuch 1881) verlegt war und sich weiter ausdehnte — wohl auch „An der Communication 2“. Womöglich handelt es sich dabei um den Komplex neben der „Havelterrasse“ in der Ritterstraße 1, die zeitweilig auch Spitta–Eigentum war. Da sie ihre Lederfabrik bald auf die Neuendorfer Straße ausdehnte, hat sie womöglich die kleine Gerberei in der Kommunikation verkauft. Spätere Adressbücher weisen für die Gasse ohnehin nur noch drei Hausnummern auf, darunter laut 1920er Adressbuch als Nr. 1 die „Glacélederfabrik“ von Weißgerbermeister Wilhelm Kelb. Das große Objekt am Bildrand müsste laut einem Zeitzeugen die Nähereifabrik Franke & Mosse gewesen sein, die von 1933 bis 1945 bestanden und „ca. 50 fesche Näherinnen“ beschäftigt habe. Weil die Eigentümer Juden waren, fehle von ihnen seit den 1940er Jahren jede Spur. Die Fabrik sei 1945 durch Bomben zerstört worden. An ihrer Stelle findet sich heute ein modernes Einfamilienhaus. Der erhaltene Fabrikkomplex nebenan fördert seit 2008 als „Pension Havelfloß“ den Brandenburger Tourismus.

