Dieser Dezember schien uns zumindest teilweise das eher für November typische Wetter „nachliefern“ zu wollen. Dominierten doch wiederholt vor allem atlantische Tiefdruckgebiete beziehungsweise deren Ausläufer. Allerdings blieb ihre Wirkung relativ gering, so dass sich das Geschehen weitgehend ruhig gestaltete. Auffälliger indes die Temperatur-Bilanz, liegt sie doch 2,7 Grad über dem vieljährigen Mittel (1,3 Grad). Das entspricht eher dem „Soll“ für März.
Kein Wunder, wenn beispielsweise am 22. Dezember im Einflussbereich von zwei Tiefs ein Maximum von 13,4 Grad erreicht wurde sowie weitere fünf Tagen mit jeweils nahezu plus 10 Grad und ungewöhnlich milde Nächte zum 7. und 22. mit Minima von 8 Grad hinzu kamen. Da nahmen sich sieben Nächte mit leichtem Frost (Tiefstwert am 3.: minus 2,9 Grad in in der Luft) sowie die doppelte Anzahl mit Bodenfrost wenig nachhaltig aus. Am frischesten blieb es am 10. des Monats, als der Höchstwert +0,2 Grad nicht überschritt. Einen Eistag gab es nicht. So blieb es bei einigen zarten Versuchen des Winters, die von kurzer Dauer waren. Da fanden hauchdünne Eisschichten auf ruhigen Gewässern wie Görden- und Bohnenländer See oder Benks Wiesen in der Potsdamer Vorstadt und den Erdelöchern am Heidekrug („Totenkopf“/Quenzsee) seitens der Spaziergänger bei prächtigem, sonnenscheinreichen Wetter am 2. beziehungsweise 19. Dezember Bewunderung. Gleiches traf zu, als am zweiten Weihnachtstag – fast aus heiterem Himmel – ein Schneeschauer zumindest in exponierten Lagen kurzzeitig für etwas Weiß und wohl auch Freude sorgte. In der Nacht zum 28. gab es dank Sturmtief „Hermine“ (nur 980 Hektopascal) nochmals Flockenwirbel. Bereits am 4. hatte zur Morgenstunde Eisregen so manchen unangenehm überrascht (Stürze). Erschwerend zudem der starke Nebel, mit dem der 13. sowie 16. Dezember begannen.

Präsenz der Sterne

Zum anderen aber wusste sich „Klärchen“ des Öfteren bestens in Szene zu setzen. Insbesondere am 2., 18., 19. (Hoch „Yaldigar“) sowie am 30. Insgesamt war der geliebte Stern mit gut 60 Stunden präsent. Obwohl an sechs Tagen völlig vermisst, überbot er damit sein „Soll“. Besonders imposant: die farbenprächtigen Sonnenauf- und-untergänge, zudem die Konstellation am Morgen des 30. Dezember, als sich zeitgleich der Vollmond am westlichen Horizont verabschiedete. Eher überraschend fanden sich unterdessen wieder viele Wildgänse in Feld und Flur ein.
Und die Niederschlagstätigkeit? Messbare Mengen gab es für Klaus Seewald (Station Görden) an 14 Tagen; sie erbrachten gerade einmal 30,2 Liter, oftmals nieselte es nur. Dabei waren 5,2 beziehungsweise 4,3 Liter (23./29.) die größten Summen. Auf der Eigenen Scholle registrierte Gottfried Tübel 23 Liter, üblich sind 44 Liter.

Lutzens’ Wetterhistörchen: Dezember 2020