Ein Quadratkilometer Bildung
: Grundschule Gebrüder Grimm fördert Kinder in neuer Lernwerkstatt

Die Grundschule Gebrüder Grimm fördert Kinder seit diesem Schuljahr in neu entstandener Lernwerkstatt.
Von
Alexandra Gebhardt
Brandenburg an der Havel
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  • "Baue ein Haus" und "Baue ein Auto" lauteten die Aufgaben, denen sich Neo, Aliskhan und Charlize beim Legobauen in der "Lernwerkstatt" stellten. Mit richtig tollen Ergebnissen!

    "Baue ein Haus" und "Baue ein Auto" lauteten die Aufgaben, denen sich Neo, Aliskhan und Charlize beim Legobauen in der "Lernwerkstatt" stellten. Mit richtig tollen Ergebnissen!

    Gebhardt
  • Während Joline passende Silben zusammen sucht, versucht sich Fabienne an einem Puzzle. So wird jedes Kind, je nach seinen eigenen Bedürfnissen, gefördert – und das ganz ohne Druck.

    Während Joline passende Silben zusammen sucht, versucht sich Fabienne an einem Puzzle. So wird jedes Kind, je nach seinen eigenen Bedürfnissen, gefördert – und das ganz ohne Druck.

    Fotos:Gebhardt
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Als ein wesentlicher Teil zur Realisierung dieser Intention wurde deshalb die „Pädagogische Werkstatt“, bestehend aus einem Team von Pädagogen, gegründet, die genau diese Vernetzungen der Bildungsakteure im Stadtteil unterstützten. Zu ihnen gehört auch Leiterin Sabrina Kremzow, die in Zusammenarbeit mit Stefanie Kauffmann und Ute Pfohl, Lehrerinnen an der Gebrüder-Grimm-Schule, in den vergangenen Monaten eine sogenannte „Lernwerkstatt“ eingerichtet  hat.

Dafür wurde der einstige Fernsehraum der Schule ausgebaut und in einen hellen und freundlichen Ort verwandelt, an dem unterschiedlichste Lernmaterialien aus den Bereichen Mathematik und Deutsch zu finden sind. Unterschieden nach Kategorien wie „Bauen und Konstruieren“, „Zahlenverständnis“, "Leseübungen“ oder „Wortarten“ sind verschiedene Lernspiele dabei in die entsprechenden Regale sortiert. „Als wir mit der Lernwerkstatt zu Beginn des Schuljahres gestartet sind, haben wir erst einmal versucht, möglichst viele Materialien aus dem Bereich Mathematik für die Kinder zur Verfügung zu stellen. Das Interesse bei den Kindern  war jedoch so groß, dass auch für den Bereich Deutsch Spiele und Übungen her mussten. Vieles davon konnte nur dank zahlreicher Spenden ermöglicht werden“, erklärt Stefanie Kauffmann.

Sie geht mit ihren Klassen in kleinen Gruppen regelmäßig nach dem Unterricht oder in Freistunden in die Lernwerkstatt, weil den Kindern hier ein „handlungsorientiertes Lernen"  ermöglicht wird, wie sie sagt. Bedeutet: die Schüler lernen eigenaktiv und verarbeiten  Lernmaterial und Informationen je nach ihrem individuellen Wissensstand. Neue Lerninhalte werden dabei selbstständig verknüpft und in die bereits vorhandenen Wissensstrukturen eingebettet.

Ein großer Vorteil, gerade in den ersten Schuljahren, wenn die Kinder teils mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen aus dem Kindergarten an die Schule kommen. „Einige Kinder kommen mit einem Migrationshintergrund an die Schule und sprechen dementsprechend erst wenig Deutsch. Andere haben wiederum Schwierigkeiten mit der Feinmotorik und wieder andere mit dem logischen oder räumlichen Verständnis. Mit der Lernwerkstatt können wir genau an diesen Punkten ansetzen und die Kinder nach Bedürfnissen fördern“, so Kauffmann, die weiter angibt, dass erste Erfolge der Lernwerkstatt schon jetzt spürbar seien. Allein, weil viele Schüler den Spaß am Lernen in der Lernwerkstatt entdeckt haben. Denn Frustration wird durch den spielerischen Charakter und die offene Gestaltungen der Übungen von vornherein vermieden. „In der Lernwerkstatt haben die Kinder die Chance, eine Übung auch drei- oder viermal zu absolvieren. Ganz ohne Druck und vorgegebene Ziele. Einfach bis sie selbst denken, etwas vollkommen verinnerlicht zu haben. Die Rolle des Lehrers wechselt in diesem Sinne  vom Wissensvermittler zum Begleiter und Berater“,  erklärt die 31-Jährige.

Ein Konzept, das an einer Grundschule in Köln schon seit gut zehn Jahren gelebt wird – auch hier mit durchweg guten Erfahrungen. „Wir hatten die Möglichkeit die Schule im Rahmen der Bildungsmesse ‚Didacta’ im März in Köln kennenzulernen und mit den Lehrern dort Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Das war für unsere weitere Arbeit ein großer Zugewinn“, bemerkt Kremsow, die in Zukunft deshalb noch stärker daran arbeiten möchte, schon Kindergartenkinder für einen Besuch in der Lernwerkstatt zu begeistern. Einerseits um die Kinder frühestmöglich zu fördern, anderseits um eventuelle Berührungsängste abzubauen. „Für die Kinder ist der Übergang vom Kindergarten in die Schule ein großer Einschnitt. Auch hier können wir mit dem Lernwerkstatt viel erreichen. Die Kinder waren schon einmal in unseren Räumen, haben ein Klingelzeichen gehört und die ersten Lehrer kennengelernt. Das beugt Ängsten vor“, ist sich Kremzow sicher.

Sie steht gemeinsam mit Stefanie Kauffmann und Ute Pfohl deshalb aktuell auch in engem Austausch mit den Erziehern der Kita „Schritt für Schritt“, die bereits Lerntabletts in unterschiedlichen Bereichen einsetzen. „Es ist also auch für uns ein ständiges voneinander und miteinander lernen“, sind sich die Frauen einig.

Zur Info

Spenden zum weiteren Ausbau der Lernwerkstatt nimmt die Grundschule "GebrüderGrimm" herzlich gern entgegen.