Feuerwehren der Mark Brandenburg: Kameraden aus Kirchmöser leben generationsübergreifenden Gemeinschaftssinn
Einen Vorgeschmack auf technische Neuerungen bietet bereits seit Mai 2019 das neue Löschgruppenfahrzeug (LF10), welches den 25 Jahre alten Vorgänger LF8/6 abgelöst hat. „Das fühlt sich für uns wirklich wie ein Quantensprung an“, betont Ebel „Es fasst mit 1600 Liter 2,5 mal so viel Wasser, die Pumpe ist deutlich leistungsfähiger und generell ist es viel komfortabler. Wir sind sehr zufrieden und so wird das Fahrzeug gepflegt und gehegt wie eine goldene Brosche.“ Das alte LF8/6 wurde der Feuerwehr Mahlenzien übergeben und kann dort seinen Dienst fortsetzen.
Fest steht bereits, dass mit dem Gerätehaus-Neubau ein Standortwechsel der Freiwilligen Feuerwehr Kirchmöser einhergeht. Auch weil zusätzliche Fahrzeughallen entstehen sollen, um Reserven für die Zukunft zu sichern. „Unsere Wehr wächst stetig und das Aufgabenspektrum wird immer größer. Da wir öffentlich viel Präsenz zeigen, mangelt es uns nicht an Interesse und Mitgliedern. Auch die Jugendwehr ist gut ausgebaut und bedeutet für uns die größte Stütze in der Nachwuchsarbeit“, so Ebel. Er selbst ist als 11-Jähriger kurz nach der Wende zur Feuerwehr gekommen, „da musste sich erst einmal wieder alles ordnen und sortieren. Eine große Gemeinschaft ist nach und nach zusammen gewachsen. Mittlerweile haben sich verschiedenste Aufwandsentschädigungen von Stadt und Land, Treuedienstmedaillen und Prämien etabliert. Aber was am Ende zählt, ist das Ehrenamt, und da muss man auch ein Stück weit verrückt sein, seine Freizeit für andere zu opfern“, lacht der Wehrleiter. Da die Familie, so wie er sagt, viel zurück stecken muss, haben sich die Kirchmöseraner Familien zum Großteil dazu entschlossen, auch in ihrer Freizeit bei Veranstaltungen der Wehr auszuhelfen. So entsteht ein starker Zusammenhalt gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern, freiwilligen Helfern und den aktiven Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung, die jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Aus dem Dorfleben ist das die Wehr ohnehin nicht mehr wegzudenken. Die Gemeinschaft und die Veranstaltungen der Wehr werden hoch geschätzt. Ob Lagerfeuer im Dorf oder Party auf dem Gerätehaushof – die Freiwillige Feuerwehr sorgt für gute Stimmung und Vernetzung in Kirchmöser.
Jens Heidemann, stellvertretender Ortswehrführer, beteuert: „Für mich ist die FF wie eine kleine Familie. Wenn ich mal länger nicht dabei bin, dann fehlt mir etwas. Wir sind aus Überzeugung bei der Feuerwehr und es freut mich immer wieder, wenn alle Kameraden auch nur bei der vermeintlich kleinsten Hilfeleistung zusammen ausrücken.“ Er selbst kam als Quereinsteiger zur Feuerwehr, nachdem er einen Unfall erlebt hat, bei dem er keine Hilfeleistung erhielt. So stand der Entschluss, selbst als Helfer tätig zu werden, schnell fest. Und so stehen sie zusammen – in fröhlichen wie in brenzlige Zeiten und in wenig märchenhaften Wäldern. Denn aufgrund vermehrter Waldbrände in den letzten Jahren im gesamten Land Brandenburg zögerten auch die Kameraden aus Kirchmöser nicht lange und leisteten überörtliche Hilfe. Nachdem das Innenministerium Hilfe in Form von Kräften und Einsatzmitteln angefordert hatte, machten sich die Kameraden sogar bis ins 150 km entfernte Wiesenau auf den Weg.
FFw Kirchmöser
Gegründet:1936
Mitglieder:männlich 35
weiblich 5
Jugend 19
Ausbildungszeiten: Montag, 19:00-20:00 Uhr
Ausrüstung: Löschgruppenfahrzeug LF10,
Tanklöschfahrzeug TLF16/24Tr,
Drehleiter DL(A)K23/12
Einsätze in den
letzten 12 Monaten:86
Jährl. Veranstaltungen: Tag der offenen Tür, Herbstfeuer
mit Kita Kimö-Ost, Winterfeuer
sowie Herrentagsparty auf
dem Gerätehaushof,
Kontakt:www.facebook.com/
feuerwehr.kirchmoser/




