Filmvorführung „Rote Nelken“: Die Frauen werden gefeiert!

Schauspielerin Walfriede Schmitt im Film "Rote Nelken".
PromoIm Westen führte der Frauentag eher ein Schattendasein. Im offiziellen Feiertagskanon war er nicht vorhanden. Die Frauenredaktion des WDR beschloss deshalb kurz nach der Wende, am 8. März einmal den ganzen langen Tag nur Beiträge zum Thema „Frauentag“ zu senden. Der Blick in die frühere DDR und die Erfahrungen der DDR–Frauen galt als ein wichtiger Aspekt davon.
Und so drehte die Regisseurin Sabine Zurmühl den Dokumentarfilm „Rote Nelken. Die DDR und die Frauen“ mit dem Bezug auf den legendären Frauentag, der mit seiner Feier vielleicht auch daran erinnerte, dass es an der Lage der Frauen noch etwas zu verbessern gäbe. War der Frauentag doch 1909 in den USA von sozialistischen und bürgerlichen Frauen ausgerufen worden, um für das Frauenwahlrecht zu kämpfen.
Sabine Zurmühl hörte sich um bei DDR–Frauen und -Männern, sowohl bei Prominenten wie der Schauspielerin Walfriede Schmitt und der Liedermacherin Bettina Wegner als auch bei jungen Frauen und Männern. Wie sahen die Frauen ihren Alltag, das Verhältnis zu den Männern, die Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben? Zahlreiches Archivmaterial aus Werbung, Schlagern und Politik ist zu sehen, Nina Hagen und Helga Hahnemann, Spielfilmausschnitte werden einbezogen. So zeichnet der Film den Weg nach von der frühen Euphorie der Fünfziger Jahre im gerade gegründeten DDR–Staat bis hin zur nüchtern–selbstbewussten Teilhabe in den Achtzigern. Und wie empfanden die Frauen danach die Wende und ihre Folgen?
Der „Theologische Salon“ in der Bibliothek des Gasthof Moritz in Rädigke, bietet seit vielen Jahren, auf Einladung von Pfarrer Matthias Stephan und Siegfried Frenzel, immer wieder ein Forum für Zeitfragen und stellt mit wechselnden Referenten ein gutes Angebot zu gemeinsamer Diskussion und Nachdenken dar. Am kommenden Freitag, 13. März, um 19.30 wird Gelegenheit sein, den Film aus der nun schon fast historischen Perspektive (wieder) zu sehen. Wie stellen sich diese Fragen heute? Was lief aus heutiger Sicht für Frauen nicht gut? Was war erhaltenswert und richtig? Die Regisseurin wird auch anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen. Der Eintritt ist frei.