Fläming-Farben-Fest
: Kleinmachnower gewinnt mit Aquarell der Bad Belziger Altstadt

Große Beteiligung herrschte beim Fläming-Farben-Fest rund um die Bricciuskirche in Bad Belzig. Gewonnen hat jedoch ein Kleinmachnower.
Von
Eva Loth
Bad Belzig
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  • Marie Thiele aus Mörz ist schon zum zweiten Mal zum Fläming-Farben-Fest dabei und hat ihr Hobby, das Malen, während der Corona-Krise noch mehr für sich entdeckt.

    Marie Thiele aus Mörz ist schon zum zweiten Mal zum Fläming-Farben-Fest dabei und hat ihr Hobby, das Malen, während der Corona-Krise noch mehr für sich entdeckt.

    Loth
  • Ingo Kalisch aus Kleinmachnow konnte mit seiner Ansicht der Belziger Altstadt samt Burg die meisten Stimmen gewinnen und sicherte sich so den ersten Platz.

    Ingo Kalisch aus Kleinmachnow konnte mit seiner Ansicht der Belziger Altstadt samt Burg die meisten Stimmen gewinnen und sicherte sich so den ersten Platz.

    Loth
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Inzwischen hat das Event Wellen über die Landesgrenzen hinaus geschlagen. Große und kleine Maler kamen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern sogar aus Kleinmachnow und Roßlau. In diesem Jahr gastierte das Fläming-Farben-Fest, wie es auch genannt wird, in der Bricciuskirche in Bad Belzig. Die Umgebung der Burg Eisenhardt und auch die Burg selbst boten viele wunderbare Motive. Das Interesse war groß. „Die ersten kamen bereits weit vor der offiziellen Eröffnung“, so Claudia Heinz, die ebenfalls zum Organisationsteam gehört, „wir haben sie dann trotzdem schon mit Papier ausgestattet, so dass sie loslegen konnten.“

Insgesamt hatten sich 18 Erwachsene und ein Kind angemeldet. Mit ihren Malutensilien bewaffnet, suchte sich dann jeder ein Platz für das von ihm ausgewählte Motiv. So verteilten sich die Hobbymaler sowohl auf dem kleinen Friedhof als auch auf der Burg und drum herum. Fünf Stunden hatten sie Zeit, ihre ausgewählten Ansichten zu Papier zu bringen. Einige brauchten diese Zeit für ein Bild, andere malten gleich mehrere.

Vor der Kirche selbst konnten sich die Besucher und Gäste in der Spachteltechnik üben. Zusätzlich gab es einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen. Zu Gast war Ravi Srinivasan. Als Weltmusiker, Percussionist und Preisträger spielte diese bereits bei bedeutenden Festivals weltweit, von Malaysia und Indien über Europa und Russland bis USA und Grönland. Er schrieb Musik für Film, Theater, Tanz und Stücke und Lieder für diverse Bands und Ensembles. Am Abend zuvor war er in Mal´s Scheune zu Gast, so dass Claudia Heinz ihn auch für die musikalische Umrahmung am Aquarellsonntag gewinnen konnte. Und die Zuschauer und Zuhörer waren begeistert.

Um 15 Uhr mussten die Maler ihre Werke abgegeben haben. Diese wurden dann in der Kirche ausgestellt und konnten von allen Besuchern bewertet werden. Am Ende wurden drei Preisträger gekürt: Ingo Kalisch aus Kleinmachnow, Bernd Krause aus Roßlau und Nadine Schneider mit Töchterchen Melinda, welche den Kinderpreis gewann. Aber Sieger zu sein, war für die meisten nicht ausschlaggebend für die Teilnahme am Aquarellsonntag.

Marianne Nentwick und ihr Mann hatten zufällig bei einem Besuch in der „Alten Schule“ in Wiesenburg davon erfahren. So kamen sie aus Kleinmachnow extra deswegen angereist. Beide malen sehr gern, haben es autodidaktisch gelernt. „Außerdem ist es eine schöne Konzentrationsübung“ so Marianne Nentwick. Und es macht beiden Spaß.

Bernadette Arnaud stammt aus Frankreich. Natürlich ist sie nicht von so weit her angereist. Sie wohnt in Berlin und hat ein Haus in Schlamau. Regelmäßig geht sie zum Stammtisch von „Neuland Hoher Fläming“ in Mal´s Scheune. So erfuhr sie auch vom Aquarellsonntag. Bernadette Arnaud ist ein bisschen vorbelastet, sie hat Kunst studiert. Inzwischen hat sich eine Leidenschaft entwickelt, das darzustellen, was sie in der Natur sieht. „Ich bin im Moment im siebten Himmel, dass ich hier mitgemacht habe“, sagte sie freudestrahlend.

Franziska Emmert aus Lünbitz und Marie Thiele aus Mörz sind schon zum zweiten Mal dabei. Sie haben zuerst ihre bevorzugten Motive fotografiert und sich dann ein ruhiges Plätzchen zum Malen gesucht. Um sich während der Corona-Krise abzulenken, widmeten sich die beiden jungen Frauen wieder mehr ihrem Hobby. So waren sie unter anderem bei Fliedners Werkstätten, wo Zeichenkurse angeboten wurden. Jetzt hatten es sich die beiden auf dem Burghof bequem gemacht um ihre Inspirationen aufs Bild zu bringen.

Mitten auf dem Burghof hatte sich Julia Sternberg einen sonnigen Platz gesucht. Die zukünftige Verwaltungsfachangestellte hatte außer dem Kunstunterricht in der Schule kaum etwas mit Malen am Hut. Aber sie liebt Farben. „Bei mir muss es bunt sein, das finde ich schön“, sagte sie schmunzelnd. Spontan kaufte sie sich Farben und versuchte sich zu Hause am Malen. Schnell merkte sie, dass sie etwas Anleitung braucht. Sie las die Ankündigung zum Aquarellsonntag in der Zeitung und kam zur Burg, um sich mit anderen austauschen zu können.

Vorsichtig zeichnete Jörg Hundt auf seinem Skizzenblock. Den hat der ehemalige Grundschullehrer fast immer dabei. Zu Hause werden dann aus den Zeichnungen größere Bilder. Er zählt zu den Stammgästen und ist schon zum 6. Mal dabei. Schon als Kind hat Hundt gezeichnet, ist er doch in Dessau direkt neben dem Bauhaus geboren. So kannte er als Kind auch die bekannten Bauhausmaler, was er natürlich damals noch nicht wusste. Als Lehrer hatte er zusätzlich das Wahlfach Zeichnen. Er konnte so das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, denn er wollte schon immer mit Kindern arbeiten.Vor einigen Jahren hatte Jörg Hundt einen Schlaganfall, saß sogar im Rollstuhl. „Das Malen war für mich wie eine Therapie“, sagt er heute. Regelmäßig besucht er die „Ölmühle“ in Roßlau, wo er inzwischen das Malstudio leitet.

In Summe heißt das vor allem eins: zum Fläming-Farben-Fest kommen viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Und das wird es auch im nächsten Jahr wieder geben. Es bleibt spannend, welcher Ort dann ausgewählt wird.