Fußball-Landesliga: Trainer des FC Stahl Brandenburg Maik Aumann setzt auf die Begeisterungsfähigkeit seiner Elf

Der neue Stahl-Cheftrainer Maik Aumann möchte Offensivfußball beim FC Stahl spielen lassen.
terAls erstes ist sicherlich der Sportliche Leiter Lars Bauer zu nennen, der sich vorgenommen hatte, ab der kommenden Saison einen frischeren Wind in die 1. Männermannschaft zu bringen. Auf der Suche nach einem neuen Trainer wurde er bereits im vergangenen Winter mit Maik Aumann fündig. Der stellte für seine Zusage aber eine Bedingung. Neben den schon vorhandenen Co-Trainer Stephan Schubarth wünschte er sich Stefan Taube an seiner Seite, der sich ebenfalls von dem neuen Weg überzeugen ließ. So gibt es nun bei den Stahl-Fußballern ein Trainer-Trio. Und diese Drei, plus Lars Bauer sorgten aufgrund ihrer Kenntnisse für die Neuzugänge. Jeder schlug mindesten einen Kandidaten vor, dem dann in einem Gespräch mit dem Quartett, die Zielvorstellung und Erwartungen detailliert erläutert wurden.
Doch was hat Aumann vor? Ihm schwebt ein offensiver Fußball vor, mit einem frühen Anrennen, um möglichst viel Ballbesitz zu haben. Dies entspricht seinem Naturell, er war in seiner aktiven Zeit lange Zeit selbst Angreifer beziehungsweise im offensiven Mittelfeld tätig. Er erlernte beim BSC Süd 05 das Fußball-ABC, ging als B-Junior zur Sportschule nach Berlin und spielte als Erwachsener unter anderem beim BSC Süd 05, FC Stahl Brandenburg, Lok Stendal, MSV Pampow, FC Seenland Warin, SG Aufbau Boizenburg und SG Dynamo Schwerin. Schon nebenbei erwarb Aumann seine Trainerscheine. Seine C-Lizenz machte er zum Beispiel, als er beim FC Stahl spielte, wo er die U15 trainierte. Aber erst in den späteren Jahren konzentrierte er sich verstärkt auf die Trainerarbeit. Er legte die Prüfungen zur B-Lizenz und DFB-Elite-Jugend-Lizenz ab. Dadurch coachte er in der Saison 2017/18 das U17-Regionalligateam des FC Mecklenburg Schwerin.
Nachdem er im Januar 2018 von Boizenburg zu Dynamo Schwerin wechselte, beendete er dort im Sommer seine aktive Laufbahn. Er blieb den 1. Männern aber erhalten, wechselte in seiner Aufgabentätigkeit jedoch an die Seitenlinie. Dies passte zeitlich ausgezeichnet, da er kurz zuvor seine A-Lizenz erwarb. Nach einem Jahr zog er weiter nach Pampow, wo er die U23-Elf coachte, um nun in seine Heimatstadt zurück zu kehren. Aber nur als Trainer. Seine Heimat ist nun Stendal, dort arbeitet er als Gesundheits- und Krankenpfleger. Dort entsteht auch Zurzeit für seine Familie ein neues Domizil.
Maik Aumann musste nicht lang überlegen, als die Anfrage des FC Stahl kam. Bei seinem ersten Engagement in der Spielzeit 2008/09 erlebte er am Quenz eines seiner sportlichen Höhepunkte, mit dem Aufstieg in die Brandenburgliga. Dies möchte der 33-Jährige nun als Coach nachholen, wohl nicht in diesem Jahr, aber allzu lang soll der FC Stahl nicht in der Landesliga verweilen. Dafür muss und hat sich bereits schon einiges geändert bei den Stahl-Fußballern. Maik Aumann hat unter anderem bei der TSG Hoffenheim, FC Schalke 04 oder dem slowakischen Erstligisten FC DAC Dunajská Streda hospitiert und dort etliche Anregungen eingesammelt. Gelegentlich besucht er auch die Bundesligaspiele des VfL Wolfsburg, um zu sehen, wie die Bundesligatrainer coachen. Die Erkenntnisse die ihn wertvoll erscheinen, fließen in seine Trainingsarbeit ein. So ist zum Beispiel das „reine Rundendrehen“ im Stadion verpönt. „Trainiert wird nur mit dem Ball“, so Aumann, der sich nur ungern an das Konditionsbolzen von früher erinnert. Auch die fortschreitende Technik ist im Verein am Quenz eingezogen. Das Training wird per Video aufgezeichnet und später in der Kabine mit den Spielern ausgewertet. Zudem erhält jeder Akteur später noch eine extra auf ihn bezogene Video-App.
Dass diese Maßnahmen auf große Akzeptanz stoßen lässt sich schon an der guten Trainingsbeteiligung ablesen, die für Aumann das „A und O“ bedeutet: „Wir werden den Kader später nach der Trainingsbeteiligung aufstellen. Wer aus den unterschiedlichsten Gründen fehlte, kann halt nicht spielen. Und wer immer dabei war, soll seine Chance bekommen.“ Der Cheftrainer hat in Bezug auf die Übungseinheiten eine klare Vorstellung: „Eine Abmeldung muss ich 24 Stunden zuvor, persönlich erhalten. Keine SMS, sondern mündlich. Dies gilt natürlich nicht bei einer akuten Erkrankung.“
Dafür erhält die Mannschaft auch starken Rückhalt, wenn sie nach allen Kräften mitzieht. „Ich kann damit wunderbar leben, sollten wir verlieren, aber alle müssen sich zuvor bemüht haben die Vorgaben umzusetzen. Dies ist mir allemal lieber als ein 1:0-Sieg, indem nur der Ball aus dem Strafraum gekloppt wurde, ohne Fußball gespielt zu haben“, so Maik Aumann.
Die Vorgaben sind hoch, man darf gespannt sein, ob der momentan noch 24-köpfige Kader auch liefern kann. Das Mannschaftsgerüst ist auf jeden Fall verheißungsvoll. Es gibt da die Routiniers wie Torhüter Steffen Sgraja oder Daniel Schimpf und ein „Haufen junger Wilder“, der gewillt ist mit Offensivfußball in der Landesliga Nord kräftig mitzumischen.