Gemeinschaftliches Bauen
: Falkensee: Bauprojekt Schillerstraße vorgestellt

Gemeinschaftliches Bauen und leben stehen beim Vorhaben in der Schilleralleen in Falkensee, im Vordergrund.
Von
Silvia Passow
Falkensee
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Auf dem Grundstück an der Schillerallee wird bald ein Info-Container über das Bauvorhaben informieren.

Silvia Passow

Was in Zeiten eines grassierenden Virus, unter dem ganz besonders die Älteren in der Bevölkerung leiden, allseits gefordert wird, nämlich ein Zurück zur Nachbarschaftshilfe, das soll hier zukünftig gelebt werden. Keine anonyme Siedlung mit hohen Hecken und Zäunen, hinter denen jeder für sich lebt, sondern ein Quartier, das in erster Linie durch Gemeinschaftssinn gekennzeichnet sein soll. Dazu sollen ein Gemeinschaftshaus, die offenen Strukturen, Wohngemeinschaften und die gemeinsame Planung noch vor dem ersten Spatenstich beitragen. „Wir wollen hier ein generationsübergreifendes Projekt, nach dem Motto: Jung hilf Alt, Alt hilft Jung schaffen“, sagt Birlem. Und meint damit, die Jüngeren helfen beispielsweise den Älteren beim Einkaufen und die Älteren helfen bei den Hausarbeiten der Junioren. Wohnen mit im Vorfeld eingeplanten Gemeinschaftssinn, ein Novum für die Gartenstadt.

Nachbarn sucht man sich nicht aus? So ist das meistens. Hier sieht ist das etwas anders, sagt Birlem. Die Einfamilien–, Doppel– und Reihenhäuser werden in einer Baugemeinschaft geplant und gebaut. „Eine Baugemeinschaft ist ein rechtlicher Zusammenschluss von Bauwilligen, die ein Projekt gemeinsam planen, realisieren und aktiv mitgestalten“, steht es in den Unterlagen der KOOP zu lesen. Das hat Vorteile, wie zum Beispiel die Mitsprache von Beginn an und Kostenersparnisse aber auch Nachteile wie einen höheren Zeitaufwand.

8 bis 12 Gebäude mit einer Grundfläche von 70 bis 100 Quadratmeter sind hier geplant. Dazu kommen Gebäude für unterschiedliche Wohngemeinschaften. Hier sollen junge Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen leben. Ebenfalls für Menschen mit Beeinträchtigung ist eine weitere Wohngemeinschaft geplant, hier gibt es keine Vorstellungen zum Alter der zukünftigen Bewohner. Auf rund 360 Quadratmeter Wohnfläche wird eine Wohngemeinschaft für 10 Senioren entstehen, die auch für an Demenz Erkrankte optimale Bedingungen zur Verfügung stellen soll. Ziel ist eine genrationsübergreifende, inklusive Wohnform zu schaffen. Zu der auch eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren gehören wird. Letztere könnte auch im Gemeinschaftshaus unterkommen.

Was auf dem Gelände konkret gebaut wird, darüber kann im Info–Container abgestimmt werden. Vier Entwürfe liegen vor, einer stammt von Vanessa Hannewahr, die für die KOOP Projekt GmbH tätig ist. Dazu stellen zwei Berliner und ein Falkenseer Architekten–Büro ihre Entwürfe vor. Die Modelle — mal futuristisch, mal mit viel Holz aber immer von dem Gemeinschaftsgedanken getragen — können hier angeschaut werden. Und abgestimmt werden kann darüber auf den Meinungsbögen auch. Barrierefreiheit ist Voraussetzung für die Gebäude, ebenso das Gemeinschaftshaus, so wie es in Dänemark gern praktiziert wird.

Für die Baugemeinschaft wird es zwischen 11 und 21 Interessenten geben müssen. Die genauen Zahlen richten sich nach den Entwürfen, für die sich am Ende entschieden wird. Birlem rechnet mit 20 Familien. Sechs Familien haben bereits Interesse bekundet, sagt er weiter. Im Spätherbst werden die Erschließungsarbeiten beginnen. Das Wohngebiet soll über die Freiligrathstraße erschlossen werden, diese wird dafür verlängert.

Weitere Informationen: In Kürze wird ein Info–Container aufgestellt, in dem Modelle udn Pläne ausgestellt werden. Nach terminlicher Vereinbarung können sich Interessenten sich umschauen und informieren lassen. Termine hierfür können unter Tel. 030/2647050 vereinbart werden.