Fortsetzung vom 13. September (BRAWO, Einst und Jetzt): Sohn  Horst Flakowski, geboren 1918, konnte Vaters Kaufhaus erst nach Kriegsdienst und Gefangenschaft 1948 übernehmen, da waren Vater und Bruder bereits verstorben und das Haus von der Mutter fortgeführt. Wegen staatlicher Repressalien flüchteten Flakowskis 1953 in den Westen. Die Häuser wurden unter HO-Regie zu Kaufhalle und Einrichtungshaus. Nach Ableben der DDR bekam Horst Flakowski, dessen zwei Kinder früh verstorben waren, das Familienerbe bereits 1991 (als einer der ersten) zurück. Geschäftlich aktiv werden wollte er 73-jährig nicht mehr, sondern das Haus wiederbelebt wissen und mit dem Verkaufserlös Gutes tun. Die Karstadt AG bekam das Kaufhaus, investierte, eröffnete – und verabschiedete sich bereits nach drei Jahren aus der Stadt. Horst Flakowski indes teilte die stolze Summe von zehn Millionen Mark und stiftete alles:

5 Mio. DM fürs SOS-Kinderdorf

Eine Hälfte 1992 für die Gründung des SOS-Kinderdorfes in Brandenburg an der Havel (eröffnet 1997), die andere Hälfte 1993 für die Einrichtung der Alfred-Flakowski-Stiftung, eine gemeinnützige Stiftung zur Förderung der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, von Kunst und Kultur, des Denkmalschutzes, Gesundheits- und Wohlfahrtswesens. Flakowskis Traditions-Kaufhaus fristete fortan ein tristes Dasein, stand oft leer, war zeitweilig wieder Möbelhaus. Seit 2017 gehört es Bau-Unternehmer Wilhelm Schomaker, der bis Frühjahr 2021 anstelle der Kaufhalle einen Neubau entstehen lässt, der in der Höhe dem in Sanierung befindlichen Kaufhaus angepasst wird, wie auch das Eckhaus zur Petersilienstraße. So entsteht viel moderner Platz für kleine und große Gewerbeeinheiten, für Büros und Praxen und für Seniorenwohnungen. Im Hinterland sind Neubauten bis ran an die Linden- und Petersilienstraße geplant und somit rund 20 Wohnungen.

Einst und jetzt



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