Die Brandenburger Eisenbahn-Geschichte wird in „Geschichte der Chur- und Hauptstadt Brandenburg“, Otto Tschirch, 1928, ausführlich beschrieben: „Im August 1846 wurde die Linie Potsdam-Magdeburg dem öffentlichen Betrieb übergeben. Es war ein großer Tag für die Brandenburger. Viele Hunderte strömten nach dem Bahnhof und nach dem Potsdamer Steinweg, um das wunderbare Ungetüm, das Dampfroß, vorüberschnauben zu sehen. Wegen des ungeheuren Andrangs hatte der zuständige Baumeister den Bahnhof nicht nur mit Stricken absperren, sondern diese auch mit Teer beschmieren lassen, was dann vielfach Beschmutzung der Kleider der Herandrängenden zur Folge hatte und eine gewaltige Entrüstung in der Stadt erregt, die in den öffentlichen Blättern lange nachhallte.

Freifahrt ohne Rückfahrt

Bei der Eröffnung der Eisenbahn wurde einigen Einwohnern freie Fahrt bis zum nächsten Haltepunkt gewährt, viele arme Leute hatten sich einen solchen Freiplatz erobert und waren bis ans Ende der Strecke mitgefahren. Sie waren sehr enttäuscht, als ihnen dann die freie Rückfahrt verweigert wurde und sie nun die elf Meilen von Magdeburg nach Brandenburg zurückwandern mußten, wo sie erschöpft und halb verhungert ankamen. Der Oberbürgermeister Ziegler hatte sich von vornherein für dieses Unternehmen mit großem Eiger eingesetzt und dabei auch die Unterstützung der Stadtverordneten und der wohlhabenden Einwohner gefunden. Aus der Stadt wurde so eine halbe Million Taler für eine Anleihe aufgebracht.“

Einst und jetzt



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