Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Brandenburg von der Roten Armee eingenommen, die sogleich die deutschen Kasernen übernahm und bis in die 1990er Jahre in der Stadt blieb.  In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Industriestandort Brandenburg u.a. mit dem Bau des Stahl- und Walzwerkes wieder ausgebaut. Es entstanden große, moderne Wohngebiete für die Arbeiterfamilien, die als Symbol für den sozialistischen Städtebau galten. Ein Kurz-Besuch im Industriemuseum steht ebenfalls auf dem Programm. Auch die Zeit der Transformation nach 1989/90 soll bei der 3,5-stündigen Fahrradtour thematisiert werden.
Gästeführer Christian Heise (49) ist in Brandenburg aufgewachsen und bereits seit einigen Jahren als Stadtführer aktiv: "Der Blick auf die Geschichte nach 1945 ist ein sehr reizvolles aber bisher in Führungen eher selten behandeltes Thema, zu der viele Menschen jedoch einen direkten Bezug haben."
Auch "Berlins Taiga"-Gründer Holger Raschke (38) glaubt, dass Interesse für solche Touren in Brandenburg an der Havel vorhanden ist: "Viele Berliner oder Potsdamer kennen die Stadt kaum. Unsere Erfahrungen mit den Touren in Potsdam oder Eisenhüttenstadt zeigen, dass die jüngere Geschichte sehr gefragt ist – und auch Brandenburger können ihre Stadt so noch mal anders kennenlernen. Hinzu kommt, dass in Zeiten von Corona der Regionaltourismus boomt."
Die Stadtführung findet in kleinen Gruppen mit bis zu 15 Personen statt. Treffpunkt ist am 26. September und 17. Oktober um 11.15 Uhr der Hauptbahnhof Brandenburg an der Havel (Bahnhofvorplatz). Das Ticket beläuft sich auf 25 Euro pro Person (ohne Fahrrad) oder 40 Euro inklusive Leihfahrrad und ist online über "Berlins Taiga" (https://berlinstaiga.de/stadtfuehrungen-touren/brandenburg-havel/) zu buchen.