Nunmehr 105 Jahre ist es her, dass im heutigen Ortsteil Plaue der gebürtige Elsässer Paul Schmitthenner damit begann, die Entwürfe für eine Wohnanlage ganz besonderer Art in die Praxis umzusetzen. Das war kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Und so entstanden bis 1918 auf nahezu zehn Hektarn – nur einige hundert Meter nordöstlich von Plaue, unweit der Havel – immerhin 212 der ursprünglich dort als Gartenstadt geplanten 300 Einfamilienhäuser.
Drei, fast ausschließlich eingeschossige Typen in traufständiger Zeilenbebauung wurden im Auftrag für die am 6. Juli 1915 gegründete Baugenossenschaft Gartenstadt Plaue GmbH errichtet. Subventionen von fast 1,4 Millionen Mark kamen ihr zugute, waren doch die Häuschen vornehmlich für die Facharbeiter der Königlichen Pulverfabrik in Möser (heute Kirchmöser) bestimmt. Schließlich ging es hier um ein Projekt mit erheblicher kriegswirtschaftlicher Bedeutung.
Diese „Jartenstadt“ – um hier einmal den oft gebräuchlichen Brandenburger Dialekt zu kopieren – ist in ihrer Grundstruktur auch nach 105 Jahren erhalten geblieben. Sie steht längst unter Denkmalschutz (obwohl es mittlerweile etliche Defizite gibt) und dokumentiert hervorragend die Baukultur jener Zeit. Inzwischen in Privatbesitz, lebt die Plauer Gartenstadt indes mehr denn je.