Grundwasser
: Auf dem Trockenen

Die Schäden an den Pflanzen sind bereits unübersehbar, das Trinkwasser ist aktuell nicht in Gefahr.
Von
Silvia Passow
Havelland
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Was mal ein stolzer Baum war, ist nun vertrockneter Holzturm im Wald.

Silvia Passow

Im Land Brandenburg werden die Grundwasserstände vom Landesamt für Umwelt regelmäßig überwacht. Eine Vielzahl von Grundwassermessstellen steht dafür zur Verfügung. Ferner wird derzeit im Auftrag der Stadt Rathenow und mit finanzieller Unterstützung des Kreises, ein Gutachten zur Grundwassersituation in und um Rathenow erarbeitet. In der Auswertung der hierbei erhobenen Messungen an 50 Messstellen der Grund– und Oberflächengewässer lässt sich erkennen, dass im Juli die Wasserstände im Mittel 23 Zentimeter unter dem schon niedrigen Wert von 2018 lagen.

Das Grundwasser für die Trinkwasserversorgung sowie für zu genehmigende Bewässerungsmaßnahmen in der Landwirtschaft wird dem tieferen 2. oder 3. Grundwasserleiter entnommen. Bei der Überwachung dieser Grundwasservorkommen hat es bislang im Havelland keine spürbare Verringerung des Angebots gegeben, erklärt der Landkreis auf Anfrage. Die Speisung dieser Reservoirs verläuft über viele Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte.

Die Bündnisgrünen haben eine Anfrage zur Grundwasserentnahme im Landtag gestellt. Grund hierfür ist die angespannte Grundwassersituation. In der Anfrage steht zu lesen „Achtzig Prozent des in der Landwirtschaft für die Bewässerung eingesetzten Wassers stammt aus dem Grundwasser — Tendenz steigend.“ „Die Grundwasserneubildungsraten sinken weiter und die Verdunstungsraten steigen“, sagt Benjamin Raschke, Umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag. Die Landwirtschaft muss mit wassersparenden Anbauverfahren unterstützt werden, heißt es hier weiter und eine effiziente Nutzung mit dem Gut Wasser wird gefordert.

Mit der Allgemeinverfügung zur Beschränkung zur Nutzung von Brunnenwasser soll ein weiteres Absinken des Grundwasserleiters 1 verhindert werden, denn mit jeder Entnahme von Grundwasser, sinkt auch der Grundwasserspiegel des 1. Grundwasserleiters. Eine bessere Speicherung des Grundwassers in den Böden lässt durch ackerbauliche Maßnahmen erzielen. Der Anbau von trockenresistenten Kulturen und gezielter Aufbau einer möglichst stabilen Humusschicht, schreibt der Kreis auf entsprechende Nachfrage.

Auch in den Wäldern ist es staubtrocken. Es müsste regnen, sagt auch Nauens Stadtförster Thomas Meyer. Und zwar am besten von jetzt gleich und durch bis Weihnachten. So groß ist der Nachholbedarf der Natur.