In nur 60 Jahren
: Wie sich Falkensee von Europas größter Landgemeinde zur wachsenden Stadt entwickelte

Falkensee ist ein besonderes Beispiel für eine herausragende Stadtentwicklung innerhalb von nur 60 Jahren,
Von
Silvia Passow
Falkensee
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  • Im Museum und der Galerie Falkensee erfährt der Besucher nahezu alles zur Geschichte der Gartenstadt und ihre imposante Entwicklung.

    Im Museum und der Galerie Falkensee erfährt der Besucher nahezu alles zur Geschichte der Gartenstadt und ihre imposante Entwicklung.

    Silvia Passow
  • Eine andere Möglichkeit auf den Spuren der Geschichte zu wandeln: Die "Stolperstein-Vorbereitungsgruppe" bietet regelmäßig historische Fahrradtouren an. Für September ist eine Tour durch Seegefeld geplant.

    Eine andere Möglichkeit auf den Spuren der Geschichte zu wandeln: Die "Stolperstein-Vorbereitungsgruppe" bietet regelmäßig historische Fahrradtouren an. Für September ist eine Tour durch Seegefeld geplant.

    Passow
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1265 wurde erstmals das Rittergut Seegefeld erwähnt, 1336 findet Falkenhagen urkundlichen Eingang in die Geschichtsschreibung. Sehr viel später, nämlich 1777 wurde eine Gastwirtschaft mit dem Namen Finkenkrug eröffnet, die nicht zuletzt durch den Besuch eines gewissen Theodor Fontane zu einem gewissen Ruhm gelangte. In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ löscht Fontane hier seinen Durst und viel mehr passierte auch nicht, dennoch strömen in den Folgejahren die Ausflügler aus Spandau und Charlottenburg in das Waldidyll. Dieses Finkenkrug, heute auch „alter Finkenkrug“ genannt, lag etwas abseits und gehörte zum Forstgutbezirk Damsbrück.

Noch lagen die Flecken, die wir heute als Falkensee kennen, im Schlaf, doch dann kam die Bahn.  Mit dem Bau der Bahnstrecke Berlin–Hamburg im Jahr 1846 nahm die Entwicklung an jenem Ort, der einmal Falkensee heißen sollte, Fahrt auf. Nur zwei Jahre später hielten erste Züge in Seegefeld. Mit der Bahn kam der Zuzug, die Orte wuchsen.

Vier Jahre nach der Entstehung Falkensees wird die Kolonie Neufinkenkrug eingemeindet, es folgten Damsbrück und Falkenhöh. Ernst Freimuth war bis 1933 Gemeindevorsteher er stand zuvor der Gemeinde Falkenhöh vor. An ihn erinnert die Freimuthstraße.

Bereits im ersten Weltkrieg wurden zahlreiche Kriegsgefangene nach Falkensee deportiert. Im zweiten Weltkrieg entstand am östlichen Stadtrand ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Mehr als 2.500 Männer aus fast allen Ländern Europas wurden hier unter menschenverachtenden Bedingungen gezwungen, Kriegswaffen herzustellen. Nach dem Krieg entstand auf dem Gelände ein Quarantänelager für Kriegswaisen und kriegsheimkehrende Soldaten. In Geschichtspark wird an den Nazi–Terror im KZ und an die zahlreichen Opfer erinnert.

Der Mauerbau 1961 trennte über Nacht die Familien in Falkensee von ihren Liebsten im benachbarten Berlin. Menschen verloren ihre Arbeit, eine ganze Stadt ihre Perspektive. Der Schatten dieser Mauer ließ nur wenig Platz für das Licht der Hoffnung. Nur wenige Wochen später, am 7. Oktober 1961, bekam Falkensee Stadtrechte. Als der Beton 1989 Risse zeigte und die Mauer fiel, hatte Falkensee rund 22.000 Einwohner. Inzwischen sind es doppelt so viele.