Als das Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) die Standorte der geplanten Corona-Impfzentren im Land Brandenburg preisgegeben haben, war Oberbürgermeister Steffen Scheller nicht überrascht, Brandenburg an der Havel auf der Liste zu finden. Die vier kreisfreien Städte galten als gesetzt, „weil sie gut im Raum verteilt sind.“
Nun steht fest: „Noch im Dezember sollen in der ersten Aufbau-Stufe die ersten beiden Impfzentren in Potsdam und Cottbus errichtet werden“, informiert das Gesundheitsministerium. Und weiter: „In der zweiten Stufe sollen im Laufe des ersten Quartals 2021 acht weitere Impfzentren in Kyritz, Oranienburg, Prenzlau, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Elsterwerda, Luckenwalde und Brandenburg an der Havel errichtet werden.“

Kriterien für Corona-Impfstellen

Ein elfter Standort – Königs-Wusterhausen, Wildau oder Erkner – sei noch in Diskussion. Alle Auserkorenen sind aufgefordert, geeignete Immobilien zu benennen. Zu den Anforderungen zählen: „Grundfläche von mindestens 1.500 Quadratmetern, sanitäre Einrichtungen, ausreichend Anzahl von Parkplätzen, gute Erreichbarkeit und Verkehrsanbindung, Barrierefreiheit, angemessene Warte- und Empfangsbereiche sowie ausreichende Büroarbeitsplätze sowie Aufenthalts- und Umkleidemöglichkeiten.“ „Auch sollen die Immobilien eingefriedet und bewachbar sein und die Stromanschlüsse Hochleistungstiefkühlgeräte aushalten“, weiß der Stadtchef.

Regattastrecke statt Dreifelderhalle

 Städtischer Favorit war die Dreifelderhalle am Wiesenweg, „Die Sporthalle ist perfekt, jedoch hätte hier etwa ein halbes Jahr lang kein Schul- und Vereinssport stattfinden können“, erklärt Scheller zur Standortsuche. Die endete an der Regattastrecke. Das große Funktionsgebäude und die Gebäude am Sattelplatz sollen in Kombination ein gut funktionierendes Impfzentrum ergeben, das für das Einzugsgebiet zwischen Rathenow, Groß Kreutz und Bad Belzig auch optimal gelegen ist. Nächstgelegene Impfzentren entstehen in Potsdam und Luckenwalde und somit ebenfalls im nahen Umfeld des Landkreises Potsdam-Mittelmark, der selbst kein Impfzentrum haben wird.

Sechs Ärzteteams für die Impfstellen

„Jedes der elf Impfzentren wollen wir mit sechs Impfteams besetzen. Ein Team besteht jeweils aus einem Arzt bzw. einer Ärztin und zwei Schwestern. Sobald mehr Impfdosen zur Verfügung stehen, werden wir die Besetzung erweitern müssen“, erläutert KVBB-Vorsitzender Peter Noack. Zusätzlich zu den Impfzentren sollen nicht mobile Personen der vulnerablen Gruppen durch mobile Impfteams versorgt werden. Abhängig von der Verfügbarkeit der Impfstoffe wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Übernahme der Impfungen durch die Strukturen der niedergelassenen Ärzte angestrebt.

Hoffnung auf Rückkehr zur Normalität

Steffen Scheller hofft, dass die Regattastrecke trotz Impfzentrum den Ruderern und Kanuten zumindest in Teilen zur Verfügung stehen wird. „Wir haben die Wassersportbelange im Kopf, jedoch geht die Gesundheit vor. Je größer die Impfbereitschaft sein wird und je schneller die Impfstoffe in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, je eher werden wir zur Normalität zurückfinden. Ab April sollte uns das gelingen – darauf können wir hoffen und müssen darauf zuarbeiten. Dafür gilt es unbedingt auch die Hygienemaßnahmen beizubehalten und Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren – so schwer es fällt auch während der Weihnachts- und Neujahrsferien.“ 
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