Es war im Jahr 2014, als auf Ebay versehentlich die katholische Kirche St. Bernhard an der Thüringer Straße in Brandenburg an der Havel zum Verkauf angeboten wurde. Zufällig entdeckte Hans-Martin Richter in Süddeutschland die märkische Offerte, was der gläubige Mann damit beschreibt, dass Gott seinen Blick gelenkt habe, dass er ihm die Kirche als Aufgabe anvertrauen wolle. Nach einigem Zögern und zwei Vor-Ort-Terminen nahmen Richters ihre Aufgabe an, gründen im September 2015 unter dem Dach des Gemeinschaftswerk Berlin-Brandenburg den Verein Sankt Bernhard Gemeinschaftskirche Brandenburg e.V. und starten die Wiederbelebung des nun evangelischen Gotteshauses.

Ein Begegnungszentrum für die Gemeinschaftskirche

Am 08. Juli 2017 wird die St. Bernhardt Gemeinschaftskirche eröffnet, in der das Gemeindeleben und Baupläne reifen. Am 26. September 2020 folgt der erste Spatenstich für das neue Gemeindezentrum, das den Kirchenanbau – das marode Gemeindehaus – ersetzen soll. Ein Jahr später kann es eingeweiht werden. „2016 haben wir eine Umfrage im Umfeld der Kirche gemacht, was daraus werden soll. Einige Männer wünschten sich einen Baumarkt, alle anderen einen Ort der Begegnung. Heute ist es soweit: es ist ein Begegnungszentrum geworden und das wird heute gefeiert“, schilderte Hans-Martin Richter in seiner Festrede vor vielen Gästen. Die erlebten zudem den eigens gegründeten JeKaMi-Chor (Jeder-kann-mitmachen-Chor), wie auch das Gotteshaus als Beteiligungskirche zu verstehen ist – „hier ist dazu erleben, was Sie einbringen“, wandte sich Richter an die Gäste. Eingebracht hatten sich viele schon beim Bau, oft unentgeltlich. So wie der Potsdamer Sebastian Schulze, der als Statiker ehrenamtlich wirkte.

So viele wirkten ehrenamtlich

Ihm und den vielen Spendern für das Projekt galt Richters Dank, dem die symbolische Schlüsselübergabe folgte. Nach dem Durchschneiden des Bandes war der Weg frei in das neue multifunktionale und barrierefreie Haus, zu dem ein Saal für bis zu 100 Personen, eine Küche, ein Gruppenraum sowie Nebenräume gehören.
Richter wirbt: Die St. Bernhard-Gemeinschaftskirche sei offen für Jung und Alt. Dabei müsse niemand religiös interessiert sein. „Wir ermöglichen Begegnung und Gemeinschaft untereinander sowie den Austausch über Lebensfragen, den Alltag oder Besonderheiten. Wir haben zahlreiche Angebote für mehrere Altersgruppen von Babymassage, Krabbelgruppe, Kindertreffs, Glaubenskursen, Handarbeitsgruppe, Bibelentdeckerabenden, Sonntagstreffs mit Kaffee und Kuchen bis hin zu Gottesdiensten. Alles wird durch Spenden finanziert.“
Mehr dazu auf www.st-bernhard-brb.de oder vor Ort – beispielsweise am 3. Oktober (Sonntag), wenn die Einweihungsfeier fortgesetzt wird, beginnend mit dem Dankgottesdienst um 10:00 Uhr (dann Mittagsimbiss,…).