Kulturland Brandenburg: Krieg und Frieden
: 1945 und die Folgen in Brandenburg

Ob Ausstellungen, Konzerte, Theater- und Filmprojekte oder Stadtführungen – Brandenburg hat viel zu bieten. „Kulturland Brandenburg" lädt jedes Jahr mit einem neuen Thema dazu ein, diese Vielfalt zu entdecken.
Von
Juliane Keiner
Brandenburg/Bad Belzig
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  • Grabungsfunde aus dem Kriegsgefangenenlager Luckenwalde. Sie und andere Exponate sind in der Ausstellung "Ausgeschlossen - Archäologie der NS-Zwangslager" zu sehen.

    Grabungsfunde aus dem Kriegsgefangenenlager Luckenwalde. Sie und andere Exponate sind in der Ausstellung "Ausgeschlossen - Archäologie der NS-Zwangslager" zu sehen.

    Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege
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    KLB
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Das Thema dieses Jahres lautet: „KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg“. 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nimmt das Themenjahr  die zeithistorische Phase von 1945 bis heute in den Blick. Rund 40 künstlerische und kulturelle Projekte im gesamten Bundesland Brandenburg an den Schnittstellen zu Wissenschaft, Tourismus und kultureller Bildung widmen sich individuellen Lebensschicksalen und den Hinterlassenschaften des Krieges sowie dem durch politische Neuordnungen bedingten gesellschaftlichen Wandel in der brandenburgischen Geschichte.

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Brandenburg, Deutschland und Europa. Dieser Tag hat sich tief in das kollektive Gedächtnis des Landes eingegraben. 75 Jahre später scheint die Botschaft, die von diesem historischen Tag ausgeht, zu verblassen. Das „Nie wieder!“, das zum Leitgedanken der Demokratie in Deutschland wurde, wird mehr und mehr in Frage gestellt.

Kulturland Brandenburg lädt alle Brandenburger und ihre Gäste ein, das kulturelle Erbe und die kulturelle Vielfalt des Landes, aber auch die Zäsuren und Brüche kennenzulernen. Die lebendige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist der Grundpfeiler einer demokratischen Gegenwart und Zukunft.

Unter dem Motto „Zerstört - Erhalten - Gerettet: Lebenswerte Altstädte“ präsentiert die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen wichtige Entwicklungsphasen und Meilensteine der letzten 75 Jahre ihrer Mitgliedsstädte. Die Ausstellungen sollen im öffentlichen Stadtraum und teilweise über individuelle Hörführungen mit dem Smartphone erlebbar sein. So wird die Stadt selbst zum authentischen Exponat. Geplant ist die Ausstellung in Bad Belzig für den 5. Juni.

In Bad Belzig ist unter anderem die Ausstellung „FRÜHER SPERRZONE — HEUTE AUSFLUGSZIEL“ zu sehen. Besucher können sich heutzutage vielerorts auf die Spuren der deutschen Nachkriegsgeschichte begeben. Früher waren diese Plätze Sperrzonen, hinter deren Mauern Militärübungen stattfanden. Erst nach 1994, dem Jahr des Abzugs der sowjetischen Streitkräfte, wurden einige dieser Anlagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem sind sie in unterschiedlichem Grad erschlossen und für Besucher geöffnet. Für die Ausstellung haben sich Menschen, die im Fläming leben, auf Spurensuche begeben. Die sogenannten #flämingbotschafter nehmen verschiedene Perspektiven ein und zeigen ihre persönliche Sicht auf diese Orte. Damit wollen sie Aufmerksamkeit wecken für Ausflugsziele, die auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Die Eröffnung ist für den 24. September geplant. Die Ausstellung ist dann bis zum 2. November täglich von 9.00 bis 22.00 Uhr in der SteinTherme Bad Belzig zu sehen.

Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Coronavirus gibt es bis vorerst Mai Programmänderungen. Gleichzeitig arbeiten die Partner von Kulturland Brandenburg daran, ihre Projekte unter den veränderten Bedingungen digital präsentieren zu können.

Aktuelle Programminformationen finden sich unter www.kulturland-brandenburg.de.

Publikation

Begleitend zum Themenjahr “KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg — Kulturland Brandenburg 2020„ erscheint eine Publikation, die sich mit dem gesellschaftlichen und erinnerungskulturellen Wandel in Brandenburg auseinandersetzt. Mit Beiträgen von Aleida Assmann, Christoph Bernhardt, Knut Elstermann, Norbert Frei, Thomas Kersting, Katinka Meyer, Christian Müller-Lorenz, Manja Präkels, Andreas Roehring, Matthias Simmich, Andreas Weigelt und Michael Zajonz. Mit Fotostrecken des Potsdamer Fotografen Frank Gaudlitz. In seinen Bildern gelingt es ihm in beeindruckender Weise, die Spuren des Zweiten Weltkrieges in Brandenburg freizulegen. Seine Bilder setzen sich mit den Lebensschicksalen, den Hinterlassenschaften des Krieges auseinander. Sie sind Momentaufnahmen der Jahre 1945 und 2020. Die Begleitpublikation zum Themenjahr “KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg — Kulturland Brandenburg 2020„ erscheint im April bei der Verlagskooperation “lesen lokal„.

KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg Hrsg.: Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg Verlag Verlagskooperation lesen lokal, Berlin 2020, 192 Seiten, 75 Abb., Hardcover Konzeption und Redaktion Noemi Schneider, Christian Müller-Lorenz Preis 20 Euro ISBN 978-3-9396-2961-0