„Als die Lateinschule in den geräumigeren Bischofshof nördlich der Gotthardtkirche übersiedelte und ‚Saldria‘ wurde“, hieß es in der Vorwoche, als die Geschichte des von-Saldern-Gymnasiums ihren Anfang am Gotthardtkirchplatz 5 nahm. Die nächste Station liegt somit nur 200 Meter entfernt – am Gotthardtkirchplatz 9. Ein geschichtsträchtiger Ort. Denn bevor am 11. Oktober 1165 der Grundstein für den Brandenburger Dom gelegt wurde, befand sich hier der Sitz des später als Domkapitel fungierenden Prämonstratenserordens. 1461 wurde er für die in Ziesar residierenden Brandenburger Bischöfe zum Stadthof umfunktioniert, den 1567 – nach der Reformation – der kurfürstlich-brandenburgische Oberkämmerer Matthias von Saldern erwarb, der acht Jahre später verstarb.

Gertrud von Salderns Bedingungen zur Schenkung

Gattin Gertrud von Saldern (1510-1595) schenkte 1589 der Stadt ihr „hauß unndt hoff zu Brandenburgk“ unter der Bedingung, es zu nichts anderem als zur Schule zu gebrauchen, die evangelische Lehre Luthers zu predigen, Knaben vom Geschlecht der Stifterin Wohnraum zu bieten und das Ganze „von Salderin-Schule“ zu nennen. Die Stifterin legte noch 10.000 Taler für Studienstipendien drauf – und die Stadt los. Umfangreichen Umbauten folgte 1591 die Einweihung der „Salderischen Schule“, die schnell an Popularität gewann und viele gelehrte Männer für Kirche und Staat hervorbrachte. Im 17. Jahrhundert geriet die Schule durch inkompetente Rektoren und schlecht bezahlte Lehrkräfte in die Krise und war dem Verfall nah, als Rektor Joh. Casp. Carsted neue Glanzzeiten einläutete und sich die Schule sogar gegen die neue Ritterakademie behaupten konnte. Als „Saldernsche Bürgerschule“ (ab 1790) wurde es wieder schwieriger, als „Saldernsche höhere Bürgerschule“ (ab 1818) – aufbauend auf dem 1799 über den Gotischen Kellern des Bischofshofes errichteten neuen Hauptgebäude – wieder besser und für 347 Schüler im Jahre 1850 doch bald zu eng. Ein Schulneubau musste her und konnte 1867 am Salzhof bezogen werden. Die alte Saldria, die zuletzt jahrelang leer stand, wurde 2006 bis 2008 als Interkulturelles Zentrum „Gertrud von Saldern“ im Rahmen des ZIS-Förderprogrammes saniert.

Einst und jetzt

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