Friedrich de la Motte Fouqué wäre unglaublich stolz gewesen, hätte er den Stapel neuer Märchen sehen können, der sich zu seinem Geburtstag am 12. Februar vor seinem Abbild in der Stadtbibliothek am Altstädtischen Markt 8 auftürmte. Brandenburgs gute Bücherstube, die seit 1998 den Namen Fouqué trägt, wartet natürlich auch mit einer Erinnerungsstube auf, die dem 1777 auf der Brandenburger Dominsel geborenen Dichter gewidmet ist. Und sie veranstaltet eben seit 2005 gemeinsam mit dem Brandenburger Wochenblatt den „Wettbewerb für neue Märchen“, der nach Fouqués berühmtestem Werk „Undine“ benannt ist.

212 neue Märchen von treuen Partnern

Die Vorzeichen für die nunmehr 17. Undine standen in Corona-Zeiten nicht zum Besten. Schulen, die sonst im Rahmen des Deutschunterrichts vielzählig mitmachten, bewegen andere Probleme. Dachten wir. Doch ließen sich treue Partner wie die Luckenberger Schule, die Gebrüder-Grimm- sowie die Konrad-Sprengel-Schule und die Meusebach-Grundschule Geltow und weitere nicht vom ausgesetzten Präsenzunterricht schrecken. So spielte die altvertraute Märchenwelt per Homeschooling ihre moderne Rolle und es wurde vermehrt zuhause geschrieben – oft auch ganz privat motiviert. So freuen wir uns diesmal über 212 neue Märchen, die Autoren im Alter von 7 bis 22 Jahren eingereicht haben.

Auf Märchen- folgt Illustratorenwettbewerb

Für die Jury um Kinderbuchautor und Theatermacher Rolf Barth ist es nun an der Zeit, die neuen Märchen zu lesen und werten. Mitte März werden die drei Juroren zusammenkommen und entscheiden, wer einen Sonder- oder sogar Hauptpreis verdient hat. Die gewohnte Preisübergabe im Rahmen einer März-Märchen-Matinee wird es wegen der Corona-Pandemie (wie schon 2020) nicht geben, doch halten wir an der Hoffnung fest, im Juni die Nachwuchs-AutorInnen und -IllustratorInnen im Brandenburger Theater begrüßen und auszeichnen zu können. Die Veröffentlichung der Siegermärchen erfolgt in jedem Fall noch im März  – als märchenhafte Vorlage für den sich anschließenden Illustratorenwettstreit.