NABU-Aktion
: Teilnehmerrekord bei der „Stunde der Gartenvögel“

Der Insektenschwund wird auch bei der NABU Aktion „Stunde der Gartenvögel“ sichtbar.
Von
Silvia Passow
Havelland
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Mehlschwalben erbeuten Fliegen, Mücken und Eintagsfliegen im Flug. Wenn es dann welche gibt.

pixabay

In Brandenburg haben 3.779 Vogelfreunde an der Aktion teilgenommen und 83.896 Vögel aus 2.351 Gärten gemeldet. Im Landkreis Havelland beteiligten sich 251 Naturfreunde und meldeten aus 170 Gärten 6.484 Vögel. Spitzenreiter unter den Vogelsichtungen war wieder der Haussperling. Allerdings mit einem Minus von 13 Prozent zum Vorjahr. Auf Platz zwei landete die Amsel, Platz drei ging an den Star.

Für das gesamte Bundesgebiet halten sich die Ab- und Zunahmen der Bestände bei den Gartenvögeln die Waage. Den Feldvögeln geht es dagegen deutlich schlechter. Besonders bei den Insektenfressenden Vogelarten sind deutliche Rückgänge zu beobachten. Dramatisch sind die abnehmenden Meldungen zu Sichtungen von Mauersegler, Mehlschwalbe und Hausrotschwanz. Auch Mönchsgrasmücke, Zaunkönig und Zilzalp stehen auf der Verliererseite.

Im Havelland schaffte es die Amsel auf den zweiten Platz, doch andernorts sind ihre Bestände drastisch eingebrochen. Den Amseln setzt weiterhin das Usutu-Virus, auch Amselsterben genannt, zu. Hier gibt es regionale Unterschiede. Der Zusammenhang zwischen dem Virus und dem Rückgang der Populationen wird deutlich sichtbar.

Die „Stunde der Gartenvögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Wer lieber in der kühlen Jahreszeit draußen aktiv ist, kann bei der „Stunde der Wintervögel“ Vögel beobachten und Sichtungen dokumentieren.