Nach Gewaltdelikt: Suizid in der Krankenabteilung der JVA in Brandenburg an der Havel

Ein 55-jähriger Untersuchungsgefangener, der auf der Krankenabteilung der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel auf dem Görden stationär untergebracht war, ist am Mittwoch gegen 7.30 Uhr in seinem Einzelbettzimmer stranguliert aufgefunden worden.
PixabayAufhebung der Sicherungsmaßnahmen
Nach einem von ihm an seiner Ehefrau im März verübten Gewaltdelikt unterlag der Gefangene seit Beginn seiner Inhaftierung wegen bestehender Suizidgefahr besonderen Sicherungsmaßnahmen. Zudem befand er sich fortlaufend in psychiatrischer Behandlung. Auf der Grundlage der Behandlungsmaßnahmen und einer externen psychiatrischen Begutachtung, welche einen weitgehenden Rückgang der depressiven Symptome feststellte und eine akute Suizidgefahr verneinte, wurden die besonderen Sicherheitsmaßnahmen am 27. April aufgehoben.
Besserung der Depression
Den Eindruck von Normalität vermittelte der Gefangene auch in dieser Woche. Er gab sich zukunftsorientiert, suchte das Gespräch mit dem Personal und am Pfingstmontag hatte er noch mit seiner Tochter, zu der er einen regen Kontakt pflegte, telefoniert.
Er hatte seine Partnerin in der Ferdinand-Lasalle-Straße am 12. März mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Anschließend war er mit einem Auto vom Tatort geflüchtet und wurde schließlich schwer verletzt von der Feuerwehr an einem Baum in der Grüninger Landstraße geborgen.
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen oder Suizidversuche – außer die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.