Neustädtischer Friedhof
: Tag des Friedhofs mit vielen Besuchern begangen

Unter dem Motto „Der Friedhof: Leben-Lachen-Freude“ lud der Neustädtische Friedhof in der Kirchhofstraße Interessierte zu einem Informationstag mit abwechslungsreichem Programm ein.
Von
Franziska Schober
Brandenburg
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Friedhofsleiter Martin Mitrenga (li.) und Pfarrer Jonas Börsel vor einer der typischen neuen Grabmale - vorgestaltet, individuell anpassbar, pflegearm und trotzdem geschmückt.

Schober

Alle zwei Jahre öffnet der Neustädtische Friedhof als einziger Friedhof der Stadt seine Tore. Das vielfältige Programm begann in diesem Jahr mit der Führung „Wandel in der Grabkultur – Grabmale Einst und Heute“. Mitrenga zeigte die Verschiedenartigkeit der Grabmäler. Er erläuterte den historischen und gesellschaftlichen Wandel, welcher an den Grabstätten deutlich ablesbar ist. „Die ältesten Grabmale die es hier gibt, stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts. Mit fortschreitender Industrialisierung nahm auch die Anzahl der Grabsteine und deren Farben- und Formenvielfalt zu. Zeitweise gab es auch streng genormte Grabstätten oder sogar nur einfache einheitliche grüne Wiesen ohne Kennzeichnungen. Heutzutage geht der Trend zur gestalteten Grabstätte. Diese ist trotz Pflegefreiheit klassisch geschmückt und kommt der mobilen Gesellschaft von heute entgegen. So konnten auch wir unsere leeren Flächen wieder neu beleben.“ berichtete der Friedhofsleiter.

Im Rahmen der Andacht von Pfarrer Jonas Börsel aus der St. Katharinen-Kirchengemeinde, erklang die neue Orgel der Kapelle. Das alte Harmonium, welches für künstlerische Aufführungen konzipiert ist, geht an die Katharinenkirche. „Bei uns konnten seine Möglichkeiten nicht komplett ausgenutzt werden.“ begründet Mitrenga. Im Anschluss an die Andacht standen sowohl Martin Mitrenga und Jonas Börsel, als auch drei Brandenburger Bestattungsunternehmen für Informationen rund um Vorsorge und Bestattung zur Verfügung. „Es macht Sinn, sich rechtzeitig mit seinen Wünschen zum Thema Grabstätte und Bestattung zu beschäftigen. Vor allem Angehörige sind glücklich, wenn der Verstorbene klare Wünsche geäußert hat, nach denen sie sich richten können.“ erläuterte Mitrenga, den man jederzeit für weitere Informationen und Besichtigungen kontaktieren kann. Der Tag endete mit einer Lesung, zu der die Besucher mit Klappstühlen von Grabstätte zu Grabstätte zogen und den jeweiligen Versen lauschten.

Wer am Tag des Friedhofes nicht teilnehmen konnte, und dennoch mehr über den denkmalgeschützten Friedhof mit seinen wertvollen Grabmalen bedeutender Personen erfahren möchte, der kann während eines Spazierganges über den Friedhof mittels der App „Wo sie ruhen“ eine Reise in die Geschichte unternehmen. Ein Audioguide aus dem Smartphone navigiert zu ausgewählten Grabmalen, beleuchtet persönliche Lebensläufe und erläutert kunsthistorische Aspekte einzelner Grabanlagen.